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Neue Digital-Technik verändert das Radio Fragen und Antworten zum Digitalradio

DAB plus

Fragen und Antworten zum Digitalradio

Digitalradio (DAB) fristet in Deutschland bislang ein Nischendasein. Den Äther dominiert das analoge UKW - auch weil für DAB bisher die Geräte und ein echter Mehrwert zum Analogradio fehlten. Das soll sich zum Neustart des Digitalradios am 1. August ändern. Erstmals gibt es neben dem schwankenden DAB-Angebot in den Bundesländern 14 bundesweite digitale Programme, darunter auch Privatradios. Das neue Deutschland-Angebot wird mit einer neuen Technologie über ein eigenes Netz ausgestrahlt und als DAB+ bezeichnet. Nach und nach werden auch die DAB-Programme der Länder auf DAB+ umgestellt. Die wichtigsten Fragen aus Verbrauchersicht hierzu im Überblick:

Brauche ich jetzt ein neues Radio?

Nein, nicht zwingend. Auf UKW wird erst einmal weiter gesendet wie bisher. Laut Telekommunikationsgesetz läuft der Frequenznutzungsplan für den UKW-Hörfunk zwar 2015 aus. In diesem Jahr steht aber eine Novelle des Gesetzes an, und mit Blick darauf wird über eine Verlängerung der Nutzungsdauer diskutiert. Der endgültige UKW-Abschalttermin wird auch abhängig sein von der Akzeptanz des neuen Digitalradios.

Welche Vorteile bietet Digitalradio überhaupt?

Es gibt eine größere Programmvielfalt und - neben den gewohnten landesweiten, regionalen und lokalen Programmen - ein bundesweit einheitliches Angebot. Während per UKW an einem Ort in der Regel nicht mehr als 30 Programme gleichzeitig ausgestrahlt werden können, sind mit DAB+ leicht mehr als 100 Programme möglich. Rauschen und Knistern im Ton gibt es nicht, denn digitaler Empfang bedeutet, dass entweder alles einwandfrei zu hören ist oder gar nichts, wenn das Signal zu schwach ist.

Da alle Sender das gleiche Programme auch über die gleiche Frequenz ausstrahlen, entfällt das Suchen und Einstellen von Frequenzen. Ein Digitalempfänger zeigt alle verfügbaren digitalen Kanäle im Display einfach mit dem Sendernamen an. Über DAB können zudem Datendienste gesendet werden - zum Beispiel zur Verkehrsführung oder zum zeitversetzten Hören.

Wie viele Sender kann ich per DAB+ und DAB empfangen?

Mit der Einführung von DAB+ gibt es 14 neue digitale Programme, die bundesweit einheitlich ausgestrahlt werden: Lounge FM, Absolut Radio, Radio Energy, 90elf, Radio Bob, ERF Radio, Klassik Radio, Kiss FM und der christliche Sender Radio Horeb zum 1. August. ERF Pop und Sunshine live starten wahrscheinlich ein wenig später. Von Anfang an dabei sind zudem die öffentlich-rechtlichen Sender Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und D-Radio Wissen.

Hinzu kommen zum Teil die DAB-Sender, die auch bisher zu empfangen waren. Ihre Zahl schwankt von Bundesland zu Bundesland stark: Sind es in Bayern derzeit zum Beispiel mehr als 20 landesweite digitale Programme, kommt Brandenburg nur auf 5.

Auf der neuen Internetseite www.digitalradio.de soll es unter anderem eine Abfrage der verfügbaren digitalen Programme nach Postleitzahl geben. Auch Audiostreams der neuen bundesweiten Digitalradioprogramme werden dort zu hören sein.

Welche Besonderheiten bietet DAB+?

Auch Zusatzinformationen von Programmhinweisen bis hin zu Album-Covern können übertragen werden. „Viele der Geräte haben aber noch nicht das nötige Display“, schränkt Helmut G. Bauer ein. Er ist Geschäftsführer der DRD Digitalradio Deutschland GmbH, die die Interessen des bundesweiten privaten Digitalrundfunks vertritt. Digitalradio mit Displays mit mehr als zwei Zeilen seien in großer Zahl erst zur zweiten Gerätegeneration mit DAB+ zu erwarten.
Die Datenrate der ausgestrahlten Programme lässt sich dynamisch anpassen, um kurzfristig mehr Programme anbieten zu können. Der Fußballsender 90elf wird Bauer zufolge so am Wochenende etwa alle Bundesliga-Spiele live übertragen und dazu zeitweise sechs Programme gleichzeitig senden: bis zu fünf Spiele plus eine Konferenz.

Was mache ich mit meinem alten DAB-Gerät?

Mit dem kann vorerst weiter empfangen werden - allerdings nur das schrumpfende DAB-Angebot in den Ländern. Dieses wird nämlich Schritt für Schritt von DAB auf DAB+ umgestellt - teils schon vom 1. August an. „Da gibt es noch keinen festen Fahrplan“, erklärt Bauer, der auch in der Lenkungsgruppe Digitalradio sitzt, die aus ARD, Deutschlandradio, DRD mit Media Broadcast und der Geräteindustrie besteht. Dauerhaft parallel in DAB und DAB+ will nur das Deutschlandradio seine Programme senden.

Kostet der Empfang von DAB+ Geld?

Nein. Der Empfang bleibt wie bei UKW und DAB kostenlos.

Kann DAB+ überall empfangen werden?

Nein. Zum Start gibt es nach Angaben des Sendenetzbetreibers Media Broadcast deutschlandweit 27 Sendestationen, die 38 Millionen Menschen in ihren Häusern erreichen und 50 Prozent der Fläche Deutschlands für den mobilen Empfang abdecken. 2014 soll das Netz dann auf 110 Sender ausgebaut werden.

Gibt es überhaupt schon Digitalradios mit DAB+ zu kaufen?

Ja. Die DRD hat zum Start mindestens 120 Geräte gezählt, die DAB+ empfangen können. Ein klassisches Küchenradio ist bereits für 50 Euro zu haben. „Die neuen DAB+-Geräte können alle auch DAB“, erklärt Bauer. Auch UKW gehört zum Standard, immer öfter auch Internetradio.

Gibt es DAB auch in Autoradios?

Ja. Einige Hersteller bieten schon DAB ab Werk als Option an. Man kann auch nachträglich selbst ein Radio mit DAB einbauen. Die UKW-Antenne lässt sich dafür aber nicht nutzen. Oft liegt den Geräten eine DAB-Klebeantenne für den Innenraum zum Nachrüsten bei.

Was ist denn jetzt der Unterschied zwischen DAB und DAB+?

Der für DAB+ verwendete Codec AAC benötigt gegenüber dem bei DAB eingesetzten MP2 (Musicam) noch weniger Bandbreite und klingt trotzdem nicht schlechter. Die freiwerdende Bandbreite kann für mehr und neue Programme genutzt werden.

Kann ich meinen Empfänger auch im Ausland nutzen?

Ja. Neben DAB und DAB+ gibt es auch noch Digital Multimedia Broadcasting (DMB). Sie alle sind seit 2008 von der internationalen Organisation zur Förderung des Digitalradios WorldDMB standardisiert worden und gewährleisten die Kompatibilität neuer Digitalradios in allen Ländern, in denen einer der drei Standards verwendet wird.

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