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Nintendos Wii-Nachfolger überrascht mit Touchscreen-Bildschirm

Spielekonsole Nintendos Wii-Nachfolger überrascht mit Touchscreen-Bildschirm

Nintendo sorgt auch mit der nächsten Generation seiner Wii für Aufsehen: Die Japaner überraschen mit einer Art Mini-Tablet als Steuer-Einheit - und machen einmal mehr alles anders als die Konkurrenz.

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Mit der Wii U macht Nintendo alles anders als die Konkurrenz.

Quelle: dpa

Mit seiner Spielekonsole Wii hat Nintendo den Spielemarkt umgekrempelt, der Nachfolger überrascht erneut: Bei dem am Dienstag vorgestellten Gerät mit dem Namen „Wii U“ ist ein Touchscreen-Bildschirm direkt in die Steuer-Einheit eingebaut. Mit einer Diagonalen von 6,2 Zoll (15,7 cm) fällt er sogar relativ groß aus. Die Spiele werden also mit einer Art Mini-Tablet gesteuert.

Wie schon bei der Original-Wii ist der Controller auch bewegungsempfindlich. Er ist groß, flach und weiß, hat an den Rändern die üblichen Steuer-Knöpfe sowie Kamera und Mikrofon etwa für Videochats gleich eingebaut.

Das Konzept erlaubt viele neue Ideen. Man kann Games auch ohne Fernseher direkt auf dem Steuergerät spielen, sich auf dem Bildschirm zusätzliche Informationen einblenden lassen, ein anderes Bild als die Mitspieler sehen, vom Controller aus Gegenstände auf den Fernseher schnippen - oder sich damit wie mit einem Schild gegen heranfliegende Pfeile verteidigen. „Wir sind erst dabei, die neuen Möglichkeiten zu erkunden“, betonte Nintendo auf der Spielemesse E3 in Los Angeles. Zusätzlich lässt sich die Wii U auch mit heutigen Wii-Controllern steuern.

2012 kommt die Wii U auf den Markt

Nintendo-Fans werden auf die neuen Spiele-Erlebnisse allerdings noch warten müssen: Die Wii U soll erst im kommenden Jahr auf den Markt kommen, kündigte der japanische Konzern an.

Nintendo hatte mit der 2006 gestarteten Wii einen Überraschungs-Coup gelandet. Der Controller des Gerätes reagiert auch auf Bewegungen statt der zuvor üblichen Knopfdrücke und erlaubt so neue Spielkonzepte, zum Beispiel bei Sportspielen wie Tennis oder Golf. Damit eroberte Nintendo die zuvor vernachlässigte Gruppe der Gelegenheitsspieler. Die günstige Wii hängte die technisch anspruchsvolleren Konkurrenzkonsolen Xbox 360 von Microsoft und Playstation 3 von Sony ab. Bis Ende März wurden insgesamt gut 86 Millionen Geräte verkauft. Inzwischen hat die Wii jedoch ihren Höhepunkt überschritten, die Verkäufe lassen nach, Nintendo erlitt einen Gewinneinbruch. Deswegen war klar, dass bald ein Nachfolge-Gerät kommen muss.

Mit der Wii U bessert Nintendo auch bei der wohl auffälligsten Schwachstelle seiner Konsole nach: Der Auflösung. Die Bildqualität der Wii war bisher deutlich schwächer als die HD-Auflösung der hochgerüsteten Konkurrenz-Maschinen. Vor allem in den ersten Jahren war dies kein Handicap, denn Spielspaß und der günstigere Preis überwogen den Nachteil des schwammigeren Wii-Bildes. Inzwischen fällt der Unterschied zu den allgegenwärtigen scharfen HD-Bildern jedoch immer stärker auf.

Bessere Bildqualität soll Action-Gamer anlocken

In der Zwischenzeit zog die Konkurrenz zudem ebenfalls mit bewegungsorientierten Spielekonzepten nach. Microsoft ging mit seinem Ende 2010 eingeführt System „Kinect“ sogar soweit, zum Teil gänzlich auf einen Controller zu verzichten. Dank Kameras, Sensoren und genügend Rechenpower kann ein Spieler das Geschehen etwa bei Tanz-Games oder einem Autorennen nur mit Körperbewegungen steuern. Sony brachte ebenfalls im Herbst seine „Move“-Steuerung auf den Markt, die äußerlich an den Wii-Controller erinnert - den Nintendo jetzt verwirft.

Mit der besseren Bildqualität will Nintendo jetzt auch die Action-Gamer stärker ansprechen, die bisher ihren Kick eher bei Xbox und Playstation suchten. Eins nach dem anderen wurden bei der Präsentation diverse Kampf- und Sport-Spiele gezeigt. Die sogenannten Hardcore-Gamer sind eine verlässliche Zielgruppe, während sich viele Gelegenheitsspieler die Zeit inzwischen gern mit billigen Smartphone-Spielen vertreiben. Beim mobilen Spielen versucht Nintendo mit seiner 3DS mit dreidimensionalen Bildern den vorpreschenden Computer-Telefonen Paroli zu bieten.

dpa

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