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Bayern 1 verabschiedet sich von der Volksmusik

CSU empört Bayern 1 verabschiedet sich von der Volksmusik

Der Bayerische Rundfunk streicht die Volksmusik aus dem Programm seines Senders Bayern 1. Sie läuft künftig nur noch im Digitalradio, aber nicht mehr über UKW. Die CSU ist empört.

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In Bayern nur noch im Digitalradio: Margot Hellwig.

Quelle: Patrick Seeger/dpa

München. Künstler wie die Winter Buam ("I will di spürn") oder der Tegernseer Zwoa­gsang ("Wann i a Musi hör") haben es neuerdings schwer im Land von Alphorn und Zither. Der Bayerische Rundfunk, einst Bastion der Volksmusik, verbannt sie ab Mitte Mai in seinen digitalen Spartenkanal BR Heimat.

Volksmusikfans brauchen ein Digitalradio

Im Hauptsender Bayern 1 verlieren Landler und Jodler ihr letztes Stündchen Sendezeit abends um kurz nach sieben und werden ersetzt durch schnöde Popmusik. Ausgerechnet die treuen Volksmusikfans müssen also ein Digitalradio anschaffen, wenn sie ihre Lieblingskünstler weiter im Radio hören wollen.

Die Empörung ist groß und ruft unter anderem Heimatminister Markus Söder (CSU) auf den Plan. "Der BR sollte der Bayerische Rundfunk bleiben und nicht zu einem WDR 2 oder WDR 4 werden", fordert er. Bei den Gescholtenen wird das nicht mehr groß verfangen, dort hat man nach eigenen Angaben genug von den "Formatbrüchen", die durch den lockeren Wechsel von Volks- zu Popmusik und retour verursacht werden.

Sender wollen jüngeres Publikum erreichen

Die Verbannung der traditionellen Musik in die digitale Ecke des BR-Programms ist nur der nächste Versuch, den Spagat zwischen der nicht mehr zeitgemäß wirkenden Volksmusik und einem immer jüngeren Publikum hinzubekommen. Prominentestes Opfer dieses Bestrebens ist die "Stadlshow" in der ARD, Nachfolger der Karl-Moik-Erfindung "Musikantenstadl". Die Urform aus den Achtzigern erreichte in Spitzenzeiten bis zu 20 Millionen Zuschauer.

Als Moik 2006 an Andy Borg abgab, sank der Stern schon merklich – und ganz vorbei war es schließlich im vergangenen Herbst. Um ein jüngeres Publikum anzusprechen wurde Borg durch die Moderatoren Francine Jordi und Alexander Mazza ersetzt, und die Veranstaltung hieß fortan total schmissig "Stadlshow".

Es kam, wie es kommen musste: Die Älteren wurden vergrault, die Jüngeren schalteten gar nicht erst zu. Und die Show wurde abgesetzt.

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