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Medien Radiosender ffn wegen morgendlicher Witze angezeigt
Nachrichten Medien Radiosender ffn wegen morgendlicher Witze angezeigt
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20:42 14.04.2011
Moderatorin Lea Rosenboom ist selbst Ostfriesin. Quelle: Handout

Was witzig ist und was nicht, darüber lässt sich trefflich streiten, bestimmt auch vor Gericht. Darauf scheint es jedenfalls jener anonyme Frühaufsteher abgesehen zu haben, der in den allmorgendlichen Ostfriesenwitzen des hannoverschen Radiosenders ffn die sympathische Minderheit aus dem Nordwesten aufs Ärgste verunglimpft sieht. Bei der Polizeiinspektion in Osnabrück hat der aufmerksame Radiohörer nun Anzeige erstattet. Diffamierung, gar Volksverhetzung will der Mann, nur so viel ist über die Identität des Anzeigenden bekannt, in heiteren ffn-Rätseln wie diesem aufgespürt haben: „Warum haben Ostfriesen so einen platten Hinterkopf? Weil ihnen beim Wassertrinken immer der Klodeckel auf den Kopf fällt.“

Oder diesem: „Warum können Ostfriesen keine Eiswürfel machen? Die Frau, die das Rezept hatte ist letztes Jahr gestorben.“ Anlass des wiederbelebten Ostfriesenwitzes bei ffn ist ein Neuzugang im Moderatorenteam, Lea Rosenboom aus Aurich. „Sie lacht am meisten über die Witze“, versichert man beim Sender.

„Ja“, sagt der Mann von der Polizeiinspektion in Osnabrück, „es ist eine Anzeige wegen Volksverhetzung via Internet eingegangen.“ Eine Weiterleitung zur Staatsanwaltschaft Osnabrück sei bereits veranlasst. Die Strafverfolgungsbehörde scheint in der Causa Ostfriesenwitz ein wenig ratlos: „Warum wir?“, fragt Staatsanwalt Alexander Retemeyer. Der fragliche Sender sitze doch in Hannover, da sei es doch merkwürdig, dass die Sache ausgerechnet in Osnabrück zur Anzeige kommt. Wie dem auch sei, Retemeyer und seine Kollegen werden sich der Angelegenheit erst mal annehmen müssen und prüfen, ob ein Anfangsverdacht gegen die Witzbolde von ffn vorliegt.

Beim Radiosender will man sich vom sensiblen Humorempfinden des unbekannten Hörers den Randgruppenspaß derweil nicht nehmen lassen. Programmdirektorin Ina Tenz stellt klar: „Wir machen weiter.“

Marina Kormbaki

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