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Medien "Berlin ist noch scheißer als scheiße"
Nachrichten Medien "Berlin ist noch scheißer als scheiße"
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09:28 03.03.2016
Autor Kristjan Knall hasst seine Heimatstadt - aus voller Überzeugung. Quelle: Schwarzkopf&Schwarzkopf/dpa
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Berlin

Anlass, über Berlin zu lästern, gibt es genug: Doch Autor Kristjan Knall geht noch einen Schritt weiter, indem er offen zugibt: "Ich hasse Berlin und die Menschen die dort leben." Zündstoff, den er in seinem neuen Buch "111 Gründe, Berlin zu hassen" zusammengetragen hat. Im genauen Wortlaut klingt das dann so: "Berlin ist nicht nur scheiße. Es ist noch scheißer, als es mal war. Und das muss man erst mal schaffen. Berlin gibt Scheiße eine ganz neue Definition."

Dass der Autor, der schon mit seinem ersten Werk zur Hauptstadt "Berlin zum Abkacken" Aufsehen erregte, selber nach wie vor in der "noch scheißeren" Hauptstadt lebt, soll an dieser Stelle nur ein Randaspekt sein – vermutlich ja sowieso nur, um dort intensive Feldstudien über Hauptstädter zu betreiben ...

"Missgünstig und widerlich" - so ist der Ur-Berliner

Ein paar der unzähligen Schrecklichkeiten hatte der Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf schon vorab verraten - etwa diese: Knall moniert unter anderem die Größe der Stadt ("Die Leute werden zu Kiezfaschisten, weil du für das Abendbier nicht anderthalb Stunden im Zug sitzen willst"), den öffentlichen Nahverkehr ("Ob Sommerhitze, Schnee, Regen oder eine unrunde Uhrzeit: Die S-Bahn kackt auf der ganzen Linie ab.") und das Aussehen der Kieze ("Zwischen der neuen Altbauaristokratie siedelt in den Assibunkern die Unterschicht wie Schimmelpilz.")

Touristen kommen trotzdem in Scharen – und kriegen im Buch, wie sollte es anders sein, natürlich auch ordentlich ihr Fett weg, ebenso wie der Ur-Berliner: "Es kommen immer mehr Verwirrte. Jeder neue Schritt eurer Chucks über den Gehweg führt euch weiter ins Verderben. Da unten warten nur die alten Berliner: missgünstig, widerlich, von Grund auf schlecht. Ihr könnt sie weggentrifizieren, Sepiafilter über ihre miese Existenz legen und sie ach so kreativ beschreiben, aber seht’s ein: In 20 Jahren seid ihr das."

Knall lässt es knallen

Der Nachname des Autors, so viel steht fest, ist Programm: Knall lässt es in seinem Buch tatsächlich ordentlich knallen: Unter anderem, wenn er Fragen wie diese aufwirft: "Noch in einem grottigen Start-up für umgerechnet 1,64 € die Stunde nachts um vier Selbstausbeuter-Party schieben? Am 'Berliner Pilsener' trinken, weil du denkst, es ist voll Berlin und so, Gras mit Görli-Aufschlag kaufen und aussehen wie eine Altkleidertonne in/an deinem Lieblings-K-FEE-Tisch?" Vermutlich wird sich der ein oder andere Berliner darin wiedererkennen - und das gar nicht lustig finden. Bereits nach der Veröffentlichung seines ersten Werks "Berlin zum Abkacken", hatten überzeugte Berliner dem Autor Prügel angedroht. Seither möchte er lieber unerkannt bleiben.

Ob es Knall nach seinem neuesten Werk trotzdem weiter in der Hauptstadt hält? Vermutlich, denn gegenüber dem Berliner Kurier gab er folgendes zu Protokoll: "Ich bin praktizierender Antikapitalist. Und als ein solcher lässt es sich nirgends besser aushalten als hier." Ist klar, Herr Knall ...

Hannover hassen und lieben

caro/dpa

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