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"Charlie Hebdo" schockt mit Aylan-Karikatur

Kritik an Satiremagazin "Charlie Hebdo" schockt mit Aylan-Karikatur

Das Bild des toten Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi hat die Menschen weltweit bewegt. Nun hat das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" es als Vorlage für zwei zynische Karikaturen genutzt – und entfacht damit eine Kontroverse.

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Die Titelseite der neuen Ausgabe von "Charlie Hebdo".

Quelle: Twitter/Screenshot

Das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" sorgt – mal wieder – mit zwei Karikaturen für Aufsehen. In seiner aktuellen Ausgabe hat es das Bild des toten Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi, das weltweit für Aufsehen sorgte, aufgegriffen.

Auf dem Titel der neuen "Charlie-Hebdo"-Ausgabe ist der am Strand liegende, leblose Körper des Kindes zu sehen. Im Hintergrund lächelt ein an das McDonald's-Maskottchen erinnernder Clown von einem Werbeschild. Dort steht auf Französisch: "Angebot: Zwei Kindermenüs zum Preis von einem." Überschrieben ist die Karikatur mit den Worten: "Willkommen, Flüchtlinge! So nah am Ziel...".

In der neuen Ausgabe legt das Magazin mit einer weiteren Karikatur nach. Sie zeigt ein im Wasser ertrinkendes Kind – neben einem Mann mit langem Gewand, der mit ausgebreiteten Armen über das Wasser geht und offensichtlich Jesus Christus sein soll. Überschrieben ist die Karikatur mit dem Satz: "Der Beweis, dass Europa christlich ist." In zwei weiteren Sprechblasen wird nachgelegt. "Die Christen gehen übers Wasser", steht neben dem vermeintlichen Jesus. Neben den aus dem Wasser ragenden Beinen des Kindes steht: "Muslimische Kinder ertrinken".

In den sozialen Netzwerken wird das Magazin für diese Form der Satire heftig kritisiert. Geschmacklos nennen viele die Aktion. "Wenn das Redefreiheit ist, dann spucke ich darauf", schreibt etwa ein Nutzer.

"Immer noch Je Suis Charlie?"

Auch in den internationalen Medien überwiegt die Ablehnung. "Charlie Hebdo verhöhnt den Tod von Aylan Kurdi", titelt die Online-Ausgabe der Toronto-Sun. Der folgende Text über die Charlie-Hebdo-Karikaturen beginnt mit dem Satz: "Immer noch Je Suis Charlie?".

Das Magazin spielt damit auf die weltweite Solidaritätsbewegung nach dem  islamistischen Terroranschlag auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" im Januar 2015 an. Zwölf Menschen, darunter mehrere bekannte Zeichner, wurden dabei getötet. Weltweit zeigten Menschen ihre Anteilnahme und setzten sich unter dem Hashtag #JesuisCharlie ("Ich bin Charlie") für Meinungsfreiheit ein.

Überall auf der Welt haben Menschen das Bild von Aylan Kurdis Leiche aufgegriffen und etwa in metergroßen Graffitis verewigt. Das Foto wurde aber auch schon missbraucht: Erst vor wenigen Tagen hatte die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) das Bild genutzt, um in der jüngsten Ausgabe ihrer englischsprachigen Zeitschrift "Dabiq" vor der Flucht in den Westen zu warnen. Der mittlerweile aus dem Netz gelöschte Artikel trägt den Titel "Die Gefahren, das Haus des Islam zu verlassen".

zys

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Terrormiliz droht Flüchtlingen
Foto: Überall auf der Welt haben Zeichner und Graffiti-Künstler das Bild von Aylan Kurdis Leiche aufgegriffen – wie hier in Brasilien.

Für den Islamischen Staat ist die Flucht aus Syrien und dem Irak eine Todsünde, denn sie kommt dem Abfall vom Islam gleich. Um Flüchtlingen zu drohen, schreckt die Terrormiliz sogar nicht davor zurück, das Bild des ertrunkenen Aylan Kurdi zu benutzen.

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