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Satiremagazin Titanic provoziert Erdogan

Präsident mit Bratwurst-Penis auf dem Cover Satiremagazin Titanic provoziert Erdogan

Was darf Satire? Diese Frage stellt sich wieder: Die Titanic zeigt in seiner neuen Ausgabe den türkischen Präsidenten Erdogan mit einer Wurst, die schlaff aus seiner Hose heraushängt. Das Magazin rechtfertigt das Schlappschwanz-Bild als Reaktion auf den gescheiterten Putsch in der Türkei.

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Die Satirezeitschrift Titanic zeigt den türkischen Präsidenten Erdogan mit einem Bratwurst-Penis. "Ein Döner wäre rassistisch gewesen", sagte Chefredakteur Tim Wolff dem Branchendienst Meedia.

Quelle: dpa/Titanic/Screenshot

Frankfurt. "Erdogan im Stress: Jetzt putscht auch noch sein Penis", schreibt das Satiremagazin "Titanic" auf dem Titelblatt seiner neuen Ausgabe und zeigt daneben den türkischen Präsidenten Erdogan mit einer Bratwurst, die schlaff aus seiner Hose heraushängt.

Zur Begründung schrieb die Redaktion der Zeitschrift auf Facebook: Erdogan greife nach dem gescheiterten Putsch hart durch, lasse Richter sowie Lehrer verhaften und Zeitschriften verbieten. "Doch jetzt droht ihm neues Ungemach: ein weiterer Putsch, diesmal von ganz, ganz unten!" Dazu zeigt die Titanic das Titelbild der neuen Ausgabe und fordert ihre Leser auf: "Jetzt noch schnell abonnieren, bevor die Kanzlerin Tayyip Merkel Titanic verbietet."

"Es geht für Erdogan um die Wurst"

Damit spielt die Zeitschrift auf den Streit um das Schmähgedicht von Jan Böhmermann an. Erdogan hatte deswegen Strafanzeige gegen den Satiriker gestellt und auch eine Strafverfolgung nach Paragraf 103 des des Strafgesetzbuchs (StGB) verlangt.

Dem hatte die Bundesregierung zugestimmt. "Im Rechtsstaat ist es nicht Sache der Regierung, sondern von Staatsanwaltschaften und Gerichten, das Persönlichkeitsrecht des Betroffenen und andere Belange gegen die Presse- und Kunstfreiheit abzuwägen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Begründung.

Mit dem Titelbild provoziert die Titanic, dass Erdogan auch gegen das Satiremagazin vorgeht. Die Redaktion würde geradezu darum betteln, schreibt der Branchendienst Meedia. Nach Einschätzung des Medienrechtlers Jonas Kahl von der Kanzlei Spirit Legal falle das Cover aber unter die Kunst- und Meinungsfreiheit.

Die Redaktion stelle einen Zusammenhang zur politischen Lage in der Türkei her, erklärte der Jurist im Gespräch mit Meedia. Das Bild bewege sich zwar unter der Gürtellinie, sei aber als Satire anzusehen. "Schließlich geht es für Erdogan in der aktuellen Situation tatsächlich sprichwörtlich um die Wurst."

RND/wer

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