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Nachrichten Medien So deaktivieren Sie die automatische Gesichtserkennung bei Facebook
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11:55 10.06.2011
Von Frerk Schenker
Facebook sorgt wieder einmal für Aufregung unter seinen 600 Millionen Nutzern: Jedes Foto, das in dem sozialen Netzwerk hochgeladen wird, durchläuft ab sofort eine automatische Gesichtserkennung. Quelle: dpa
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Hannover

Facebook sorgt wieder einmal für Aufregung unter seinen 600 Millionen Nutzern: Jedes Foto, das in dem sozialen Netzwerk hochgeladen wird, durchläuft ab sofort eine automatische Gesichtserkennung. Wie Facebook in seinem Blog mitteilte, macht künftig eine Software Vorschläge, um welche Facebook-Freunde es sich bei den Abgebildeten handeln könnte. Dafür vergleicht das Programm das hochgeladenen Bild mit bestehenden Fotoalben, in denen die Personen bereits markiert wurden. Wird der Vorschlag angenommen, erscheint anschließend der Name als sogenannter Tag in der Bildinformation.

Facebook hatte die Funktion bereits Ende des vergangenen Jahres vorgestellt und schrittweise in den USA eingeführt, doch erst diese Woche wurde sie weltweit freigeschaltet. Das Unternehmen betonte, dass es sich bei der automatischen Gesichtserkennung um eine Vereinfachung für den Nutzer handele. Zudem sei das Programm auf die eigenen Facebook-Kontakte eingegrenzt, Unbekannte ließen sich so nicht markieren. Datenschützer reagierten dennoch mit Kritik – vor allem, weil die Funktion standardmäßig eingeschaltet ist. So hatte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar die Gesichterkennung bereits im Dezember als beunruhigend bezeichnet. „Es darf nicht sein, dass Nutzer des Dienstes befürchten müssen, künftig auf allen, gerade von dritten Personen eingestellten Bildern aufgerufen zu werden. Ohne eine Einwilligung der Betroffenen darf dies nicht geschehen“, forderte er damals. Der Internetkonzern Google hatte ebenfalls eine automatische Gesichtserkennungstechnologie entwickelt, hält sie aber wegen Datenschutzbedenken zurück.

Facebook kontert Vorwürfe

Facebook kontert entsprechende Vorwürfe auch diesmal mit einem altbekannten Argument: Es sei jedem Mitglied freigestellt, die Funktion zu deaktivieren. Was das Unternehmen unerwähnt ließ: Die meisten Nutzer dürften von der neuen Funktion nur über Umwege erfahren, denn wie schon in der Vergangenheit unterrichtete Facebook seine Mitglieder über die automatische Gesichtserkennung nicht gesondert. Zudem befindet sich die Möglichkeit zum Deaktivieren auf einer Unterebene der Privatsphäre-Einstellungen – und um dort hinzukommen, sind mehrere Klicks und das Wissen über den richtigen Weg notwendig.

Was noch weniger Nutzern bekannt sein dürfte: Selbst wenn die Gesichtserkennung abgeschaltet wurde, speichert Facebook weiter Informationen zu Gesichtern. Um dies zu unterbinden, muss ein „Antrag auf Löschung von Informationen zu Fotoabgleichungen“ abgeschickt werden. Und dieses Widerspruchsformular hat Facebook in den Tiefen des Hilfebereichs vergraben. Unterbinden lässt sich die manuelle Markierung auf einem Foto ohnehin nicht. Wer den eigenen Namen oder gar unliebsame Bilder löschen lassen will, muss direkt mit dem Mitglied in Kontakt treten, das das Foto hochgeladen hat: Facebook-Datenspeicherung unterbinden

So lässt sich die automatische Gesichtserkennung abschalten: Unter -> Privatsphäre-Einstellungen -> Benutzerdefinierte Einstellung beim Punkt -> Freunden Fotos von mir vorschlagen auf -> Einstellungen bearbeiten klicken. Dort ist standardmäßig "Aktiviert" ausgewählt. Wird die Funktion auf "Gesperrt" gesetzt, ist die Gesichtserkennung abgeschaltet.

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