Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
"Der DFB hätte es schwer gehabt"

Spiegel-Chef Brinkbäumer "Der DFB hätte es schwer gehabt"

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hat die DFB-Affäre um die WM-Vergabe 2006 ausgelöst - und zunächst heftige Kritik auch von Kollegen eingesteckt. Im Interview spricht Chefredakteur Klaus Brinkbäumer über Fehler der Redaktion und die Entschuldigung von "Sport Bild"-Chef Alfred Draxler.

Voriger Artikel
Die Autobahn wird digital
Nächster Artikel
Das war die Nacht der Bambi-Verleihung

Klaus Brinkbäumer, Chefredakteur des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel"

Quelle: Axel Heimken/dpa

Hamburg. "Das zerstörte Sommermärchen" titelte der "Spiegel" am 17. Oktober und heimste sich damit von gewissen Kreisen jede Menge Häme und Kritik ein. "Sommermärchen doch gekauft", titelte "Bild" jetzt. Was verspüren Sie: Genugtuung?
Keine Genugtuung, nein, aber Stolz auf die "Spiegel"-Redaktion. Wir sind genau und gründlich, und das ganze hausinterne Zusammenspiel ist so perfekt wie es bei einer solchen Recherche sein muss. Die Kollegen Jürgen Dahlkamp, Gunther Latsch, Udo Ludwig, Jens Weinreich, Jörg Schmitt und Rafael Buschmann arbeiten herausragend.

"Sport-Bild"-Chef Alfred Draxler, der sich für seinen Freund Beckenbauer weit aus dem Fenster gelehnt hat, bat Sie am Dienstag um Entschuldigung. Sie haben sie angenommen. Hat sich "Focus"-Gründer Helmut Markwort, der den "Spiegel" des "journalistischen Offenbarungseids" und Sie der Flegelei bezichtigt hatte, auch gemeldet?
Nein. Dass wir kritisiert werden, ist ja normal; und dass gefragt wird, ob eine Enthüllung womöglich überverkauft sei, ist genauso legitim. Wenn Herr Markwort behauptet, er hätte Enthüllungen wie unsere nicht gedruckt, sagt er damit mehr über sich als über uns.

Was schließen Sie daraus, dass der DFB nun doch nicht gegen Ihre Berichterstattung vorgeht?
Der DFB hätte es schwer gehabt. Einen eher kleinen Fehler haben wir selbst korrigiert, ansonsten war unsere Berichterstattung vom ersten Titel bis heute korrekt.

Sie stehen seit elf Monaten an der Spitze des "Spiegels". War das Ihr Durchbruch? Hat sich das Magazin damit seine zwischenzeitlich ins Wanken geratene Position als Leitmedium zurückerobert?
Mein Durchbruch? Keine Ahnung. Ein Fußballer würde jetzt sagen: "Es ist unwichtig, wer die Tore schießt, wichtig ist, dass wir gewinnen." Das Leitmedium "Der Spiegel" hatte nur 2014 eine Schwächephase, weil wir zu sehr mit uns selbst beschäftigt waren – es geht bei uns schon seit Monaten wieder um Recherchen, Texte, Titelbilder oder Filme, also um das, was wir können.

Welche Lehren über die Welt des Sports, die Medien und unseren Berufsstand ziehen Sie aus den Vorgängen und Reaktionen der vergangenen dreieinhalb Wochen?
Alles ganz schön laut, doch über andere mag ich nicht urteilen. Wir werden auch künftig das machen, was unsere Aufgabe ist.

Interview: Ulrike Simon

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Medien
Das sind Deutschlands beliebteste Nachrichtensprecher

"Wer ist ihr Lieblings-Nachrichtensprecher im Deutschen Fernsehen?", hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov gefragt. Ein Anchorman hat seine Konkurrenten mühelos abgehängt.

Anzeige
Datenschutz im Netz: Diese Begriffe sollten Sie kennen