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TV-Mann Wolf von Lojewski wird 80 Jahre alt

Geburtstag TV-Mann Wolf von Lojewski wird 80 Jahre alt

Der Politikjournalist und langjährige Washington-Korrespondent ist froh Amerika heute „aus der Ferne“ betrachten zu können. Trump ist für ihn der Inbegriff des „hässlichen Amerikaners“. Körperlich ist er topfit, im Vorjahr war er noch surfen. Am heutigen Amerikanischen Unabhängigkeitstag (4. Juli) feiert er seinen 80. Geburtstag.

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Zufrieden zu Hause: Der frühere Washington-Korrespondent Wolf von Lojewski genießt sein Leben in einem Dorf im Taunus. Und denkt an seine Kollegen, die aus dem Trump-Washington berichten müssen.

Quelle: dpa

Wiesbaden. Nein, um die derzeitige Berichterstattung aus den Vereinigten Staaten beneidet Wolf von Lojewski seine Zunftkollegen in der US-Hauptstadt nicht. „Was Amerika angeht, da bin ich froh, dass ich das inzwischen aus der Ferne betrachten kann“, gesteht der frühere Moderator des „heute-journals“ undAuslandskorrespondent. Überhaupt sieht er die herrschende Situation als unwirklich an: „Wenn mir jemand damals gesagt hätte, Donald Trump wird mal Präsident, den hätte ich für verrückt gehalten“, meint von Lojewski. Trump verkörpere für ihn mit seinem großspurigen Auftreten das Bild des „hässlichen Amerikaners“, sagt der Journalist, der am heutigen Dienstag, dem Amerikanischen Unabhängigkeitstag, 80 Jahre alt wird.

Lojewski kennt Trump aus der Zeit als US-Korrespondent

Von Lojewski arbeitete Anfang der Siebzigerjahre und dann noch einmal von 1987 bis 1992 als Washington-Korrespondent für die ARD. Aus dieser Zeit kenne er Donald Trump, auch wenn es keine persönliche Begegnung der beiden gab.

Die Arbeit von Journalisten sei insgesamt nicht einfacher geworden, sagt der Medienmann. „Viele gehen nicht mehr mit dieser Unbekümmertheit an ihren Job - was oft am Sparzwang liegt.“ Das Finanzielle habe früher kaum eine Rolle gespielt, heute schon. „Auch die stete Auseinandersetzung mit den Stürmen und Stimmungen in den sozialen Netzwerken macht die journalistische Arbeit nicht leichter“, beurteilt der Ex-Anchorman die Situation.

Von Lojewski wurde in Berlin geboren und wuchs auf einem Gut im ostpreußischen Masuren auf. Seine berufliche Karriere begann er als Reporter bei den „Kieler Nachrichten“. Nach seiner ersten Zeit in Washington moderierte er von 1979 an drei Jahre lang die „Tagesthemen“, bevor er Leiter des Londoner ARD-Studios wurde.

Reportage aus der ehemaligen deutschen Kolonie Namibia

1992 wechselte er als Chef des „heute-journals“ zum Zweiten Deutschen Fernsehen, wo er das nachrichtliche Aushängeschild des Senders elf Jahre lang prägt. Nach seinem Abschied vom aktuellen Geschäft moderierte er zwei Jahre lang das Magazin „Abenteuer Wissen“ und reiste für ausführliche ZDF-Reportagen um die Welt, entdeckte beispielsweise in der ehemaligen deutschen Kolonie Namibia, auf deutsch „der Ort, wo nichts ist“, und entdeckte dort doch vieles: Karnevalsvereine und deutsches Abitur.

Inzwischen tritt von Lojewski nicht mehr so oft in der Öffentlichkeit auf, er hält gelegentlich einen Vortrag oder ist Gast in einer Talkshow. Ein privates Projekt beschäftigt den Liebhaber von Kunst und alten Büchern allerdings seit vielen Jahren: Er sammelt die 652 Buchseiten der „Schedelschen Weltchronik“ aus dem 15. Jahrhundert. 651 hat er inzwischen, nur die rechte Seite der Darstellung von Budapest fehlt ihm noch. Eine Herausforderung.

„Ich habe viel Glück gehabt“

Von Lojewski lebt zusammen mit seiner Frau Ute in einem kleinen Ort im Taunus nahe Wiesbaden. Er ist nach eigenen Worten gesundheitlich fit, spielt regelmäßig Golf und stand vor einem Jahr noch auf dem Surfbrett („aber nur bis Windstärke zwei bis drei“). „Ich habe viel Glück gehabt“, so resümiert er sowohl sein Privatleben als auch die berufliche Karriere. „An dem Gleis, wo ich stand, hielt der ICE, ich musste nur einsteigen.“

Von Andrea Löbbecke

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