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Nachrichten Medien Die politische "Goldene Henne"
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08:55 06.09.2015
Die Preisträger stehen zum Ende der Verleihung des Medienpreises "Goldene Henne" im Velodrom in Berlin auf der Bühne.  Quelle: dpa
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Berlin

Die Eisschnellläuferin tut es, der Stasi-Unterlagenbeauftragte ebenfalls und der Panikrocker sowieso: Sie nutzen die Show für eindringliche Worte mit Blick auf die Flüchtlinge. "Wir haben die Mauer zum Einsturz gebracht und die Deutsche Einheit errungen. Deswegen werden wir in Deutschland auch die Kraft haben, die aktuellen Probleme zu lösen", sagt etwa der einstige DDR-Bürgerrechtler Roland Jahn am Samstagabend nach dem Gewinn der "Goldenen Henne", und: "Das scheinbar Unmögliche ist möglich, wenn wir wollen und anpacken." 

Danach gibt es schöne Beine vom Deutschen Fernsehballett - zu "Freude schöner Götterfunken". Doch schon wenige Minuten später ist Claudia Pechstein nicht nur zu Tränen gerührt, dass sie auch zu den neun Gewinnern des Abends zählt - sondern mahnt in ihrer Dankesrede: "Deutschland schafft das, Deutschland kann das. Wir müssen alle kämpfen."Die weiteren Sieger der "Goldenen Henne" Nummer 21: die Bands Karat und Santiano, der Schauspieler Hans Sigl ("Der Bergdoktor"), der Fernsehkoch Steffen Henssler, "Panikrocker" Udo Lindenberg und Biathletin Franziska Preuß.

"Mehr Kohle für die Kommunen"

Die einzige nicht prominente Siegerin, die Angolanerin Juliana Luisa Gombe aus Magdeburg, wurde unter einem Vorwand von einem Freund in die Show gelockt - und ist mindestens genauso gerührt wie Claudia Pechstein. Sie bekommt riesigen Applaus. 1996 kam sie nach Deutschland, lebte sechs Jahre lang mit Mann und Kind in einem Asylbewerberheim - und bringt nun Flüchtlingskindern Deutsch bei.

Sängerin Kim Fisher und Comedian Olaf Schubert moderieren die mehrstündige Verleihung der Bronzehühner mit 4500 Gästen im Berliner Velodrom - und haben nicht immer ein glückliches Händchen. Fisher sorgt gleich zu Beginn für Irritation bei Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, als sie ihn fragt, ob er joggt. Und Schuberts oft unter der Gürtellinie liegender Humor will nicht zu dem ernsten aktuellen Thema passen, das sich durch den Abend zieht.

Dafür findet Udo Lindenberg am Ende der Show klare Worte zum Thema Flüchtlinge: "Leute, wir kriegen das geregelt. Vor 25 Jahren haben wir es auch hingekriegt - wir halten zusammen, lasst es uns packen", sagt der Musiker - und fordert "mehr Kohle für die Kommunen."

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