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Nachrichten Medien Twitter macht dumm, Facebook klug
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14:51 09.09.2009
Während Facebook das Arbeitsgedächtnis erweitert und die Intelligenz fördert, bewirkt Twitter genau das Gegenteil - zu diesem Schluss ist die Psychologin Tracy Alloway im Zuge einer Studie gekommen.

Alloway hatte sich im Rahmen der Studie eingehend mit dem Arbeitsgedächtnis beschäftigt, das für die vorübergehende Speicherung beziehungsweise den Einsatz von Informationen zuständig ist. Im Zusammenhang mit sozialen Netzwerken kam sie zu dem Schluss, dass einige Plattformen die Entwicklung eher fördern, während andere sie hemmen.Während Facebook das Arbeitsgedächtnis erweitere und auch die Intelligenz fördere, bewirke Twitter das genaue Gegenteil.

Den positiven Einfluss, den Facebook auf das Arbeitsgedächtnis und die Intelligenz haben soll, erklärt Alloway damit, dass dieses soziale Netzwerk eine höhere Komplexität habe. Der Anwender muss seinen Verstand bei der Nutzung stärker einsetzen, da er bei Facebook unterschiedliche Funktionen nutzen kann. Twitter indes sei viel simpler gestrickt - und bewirke ähnliches beim Verstand seiner Nutzer, weil es "die Aufmerksamkeitsspanne reduziert und das Hirn nicht angeregt oder Nervenverbindungen gestärkt werden", so Alloway.

Medienpsychologe Jo Groebel indes hält Alloways Kritik für zu pauschal: "Twitter ist eine Kommunikationsform wie jede andere. Es kommt immer auf den Kontext an, in dem ein Kommunikationsmittel eingesetzt wird, aber grundsätzlich ist der Dienst sicherlich positiv zu bewerten." Er sehe in Twitter eher ein klugmachendes Medium, da es seine Nutzer zwinge, sich bei ihren Nachrichten kurz zu halten und präzise auszudrücken. "Twitter lebt vielleicht zunächst von gesellschaftlich informellen Informationen wie 'Ich koche einen Kaffee' und ist in erster Linie ein individuelles Medium, deswegen geht aber keineswegs die Berechtigung oder der Sinn der Plattform verloren", sagt Groebel.

Alloway übt allerdings nicht nur an Twitter Kritik. Sie bewertet im Zuge ihrer Studie jegliche Kommunikationsformen als negativ, die "unmittelbar" funktionieren, also etwa das Schreiben von SMS oder das Betrachten von Videos auf YouTube. Positive Effekte ließen sich indes mit Videospielen und Sudokus erreichen, da diese eine tiefere Denkleistung erforderten, Erinnerungen an vergangene Handlungen stärker wieder hervor holten und eher beim Planen von künftigen Aktionen nützlich sein würden. Dadurch wiederum werde das Arbeitsgedächtnis angeregt.

st/pte

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