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"Die ganze Welt soll auf uns schauen"

Vater des ertrunkenen Aylan "Die ganze Welt soll auf uns schauen"

Abdullah Kurdi hat als einziger seiner Familie die Überfahrt überlebt. Dass das Foto seines ertrunkenen Sohns Aylan um die Welt geht, findet er gut. "Wir wollen die Aufmerksamkeit der Welt, sodass anderen nicht das gleiche passiert. Lasst es das letzte Mal gewesen sein!", sagte er in der Türkei.

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Abdullah Kurdi ist der Vater von Aylan, der in der Nacht zum Mittwoch vor der türkischen Küste ertrank.

Quelle: OZAN KOSE / AFP

Bodrum. In der Türkei hat der Vater des ertrunkenen Aylan eindringliche Worte gefunden, um an die Weltöffentlichkeit zu appellieren. „Das, was uns hier in diesem Land passiert ist, in dem Land, in dem wir Zuflucht suchten, um dem Krieg in unserer Heimat zu entgehen, das soll die ganze Welt sehen“, sagte er laut der Bild-Zeitung gegenüber türkischen Reportern.

Das Foto des toten dreijährigen Flüchtlingsjungen Aylan vom Strand ist zum Symbol geworden – und hat viele Zeichner dazu inspiriert, es künstlerisch aufzugreifen.

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Dass weltweit Medien das Bild seines dreijährigen Sohnes veröffentlicht haben, findet Kurdi gut. Es solle aufrütteln und dafür sorgen, dass Tragödien wie diese nie wieder passieren. "Wir wollen die Aufmerksamkeit der Welt, sodass anderen nicht das gleiche passiert. Lasst es das letzte Mal gewesen sein!", sagte er in der Türkei.

Kurdi hat seine komplette Familie in einer Nacht verloren. Nicht nur Aylan, sondern auch sein Bruder Galip und Mutter Rehan starben, als das Flüchtlingsboot vor der Küste von Bodrum kenterte. Gegenüber dem türkischen Sender Rosana FM schilderte er die Dramatik dieser Stunden. "Ich half meinen beiden Söhnen und meiner Frau und versuchte mehr als eine Stunde lang, mich am gekenterten Boot festzuhalten. Meine Söhne lebten da noch. Mein erster Sohn starb in den Wellen, ich musste ihn loslassen, um den anderen zu retten", sagte Kurdi laut Stern.de. Aber auch das gelang ihm nicht. Kurdi wurde erst nach drei Stunden im Meer von der Küstenwache gerettet.

Ursprünglich hatte die Familie versucht, nach Kanada auszuwandern. Nun aber ist Vater Kurdi in die völlig zerstörte Stadt Kobane zurückgekehrt. Am Freitag fand dort die Beerdigung der Familie statt, von Aylan, Galip und Mutter Rahan.

aks

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