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Medien Verleger Lord George Weidenfeld gestorben
Nachrichten Medien Verleger Lord George Weidenfeld gestorben
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12:36 20.01.2016
Der britische Verleger und Diplomat Lord George Weidenfeld ist tot. Quelle: Nestor Bachmann/dpa
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Berlin

Wie der Axel Springer-Verlag am Mittwoch mitteilte, starb Lord George Weidenfeld im Alter von 96 Jahren. Er war Träger zahlreicher internationaler Auszeichnungen. Weidenfeld war viele Jahre als Autor für die Springer-Zeitungen "Die Welt" und "Bild am Sonntag" tätig. Als politischer Kommentator war er bis ins hohe Alter auch im Rundfunk gefragt.

"Mit Weidenfeld verliert die europäische und transatlantische Szene einen unverwechselbaren Brückenbauer zwischen Gesellschaften und Staaten, einen kulturgesättigten Menschenfreund, der rastlos bis zum Ende für die Zukunft plante mit nimmermüdem Elan und Einsatz", schreibt die "Welt" über ihren langjährigen Kolumnisten.

Geboren am 13. September 1919 in Wien und aufgewachsen in einem großbürgerlichem jüdischen Haus, emigrierte Weidenfeld 1938 nach London. Dort begann er für den Sender BBC zu arbeiten, ab 1942 kommentierte er dort Nachrichten aus Europa. Zudem schrieb er für die liberale Zeitung "News Chronicle". 1948 gründete Weidenfeld zusammen mit Nigel Nicolson den Verlag "Weidenfeld & Nicolson".

Das "aufregendste Jahr meines Lebens"

Bei der Gründung des Staates Israel war Weidenfeld 1949 für ein Jahr Berater der israelischen Regierung und des ersten israelischen Präsidenten Chaim Weizmann. Er nannte diese Zeit das "aufregendste Jahr meines Lebens" und betonte auch später immer wieder seine unverbrüchliche Zuneigung zu Israel.

London wurde für den 1969 von der Queen in den Adelsstand erhobenen Baron zur zweiten Heimat. Sein Verlag veröffentlichte in der Anfangszeit aufsehenerregende Titel wie "Lolita" von Wladimir Nabokov. Im Fokus standen allerdings Werke über das das nationalsozialistische Deutschland, etwa von Joachim Fest und Sebastian Haffner, aber auch die Memoiren Albert Speers. Ein weiterer Höhepunkt des Verlags war im Jahr 2005 die Herausgabe des biografischen Werks "Erinnerung und Identität" von Papst Johannes Paul II.

Den Weg des demokratischen Deutschland nach dem Ende der NS-Diktatur und auch später nach der Wiedervereinigung verfolgte er mit Sympathie. Immer betonte Weidenfeld seine große Wertschätzung für den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU). Ein besonderes Anliegen war dem viermal verheirateten Baron nach eigenem Bekunden der katholisch-jüdische Dialog.

dpa/epd/are

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