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Wie Google die Sprache des Internets prägt

"Alphabet" und Buchstabensuppe Wie Google die Sprache des Internets prägt

„Der Weg zur Weisheit beginnt beim Alphabet“, lautet ein altes japanisches Sprichwort. Es ist also nicht irgendein Name, den Google-Gründer Larry Page für sein neues Konglomerat aus Tochterfirmen gewählt hat. „Alphabet“ – diese Vokabel strotzt vor Symbolkraft.

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"Alphabet steht für eine Sammlung von Buchstaben, die Sprache repräsentieren": Google-Gründer Larry Page.

Quelle: dpa

Sprache beeinflusst unseren Verstand und unser Fühlen. Wer das Alphabet des Denkens vorgibt, der prägt damit unsere Identität. Google will mit diesem neuen Konzernnamen also nichts weniger sagen als: Wir diktieren die Buchstaben des Internets und stellen so zugleich die Textur der digitalen Welt bereit. Google liefert mit dem Alphabet die verschiedenen Bausteine der Netzsprache, in der letzten Konsequenz also die Essenz des World Wide Web. Der universale Dienstleister der Sprache will unsere Welt von A bis Z formen und hat dabei die Macht der Worte auf seiner Seite.

Die Entscheidung für den spielerischen Titel mit Signalwirkung ist nur folgerichtig. Denn längst prägt der Suchmaschinenanbieter unsere Sprache. Der Begriff „googlen“ hat sich als Synonym für die Recherche im Internet eingebürgert. Der Konzern betreibt mit „Google Books“ zudem die größte private Sammlung nachträglich digitalisierter Bücher. Rund 15 Millionen Bücher sollen Schätzungen zufolge auf Google-Datenbanken lagern. Der Konzern nimmt damit die Funktion einer gigantischen und globalen Bibliothek ein. So steht Google am Anfang (Alphabet) und am Ende (Wissenshort) des Prozesses von Bedeutungsfindung und Versprachlichung.

Der Konzern schickt sich auch an, Sprachbarrieren auf technische Weise zu brechen: Eine aktualisierte Version der Übersetzungs-App „Google Translate“ soll gesprochene Sprache erkennen, die Sätze in die Zielsprache übertragen und sie gleichzeitig akustisch ausgeben. Babylonisches Sprachgewirr soll sich so per Smartphone zum Zwecke der Völkerverständigung auflösen. Google-Chef Larry Page schrieb jetzt in einem Brief an die Aktionäre: „Wir mögen den Namen Alphabet, denn er steht für eine Sammlung von Buchstaben, die Sprache repräsentieren.“

Tatsächlich geht es um viel mehr als um eine beliebige Sammlung von Buchstaben, wie Page andeutet. Es geht letztlich um die Repräsentation von Sprache – und somit um die Grundlage für Kommunikation. Der Name Alphabet spricht also eine deutliche Sprache. Tech-Kolumnist Rob Pegoraro verspottete Googles Größenwahn gestern auf Twitter: „Ich hoffe sehr, dass es in der Google-Kantine morgen Buchstabensuppe gibt.“

Von Nina May

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