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Yücel klagt türkische Justiz an

Türkei Yücel klagt türkische Justiz an

Nach neun Monaten Haft ohne Anklage in der Türkei hat der „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel der türkischen Justiz eine „Verschleppungstaktik“ vorgeworfen. „Isolationshaft ist Folter“, sagte er.

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Der Türkei-Korrespondent der „Welt“, Deniz Yücel, 2016 während der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“.

Quelle: dpa

Istanbul/Berlin. Yücel forderte in der „taz am wochenende“: „Ich will einen fairen Prozess. Und den am besten gleich morgen.“ Der deutsch-türkische Journalist, der seit Februar in Einzelhaft sitzt, sagte weiter: „Isolationshaft ist Folter. Auch wenn ich eigentlich guter Dinge bin, kann ich nicht absehen, welche langfristigen Folgen das haben wird.“

Yücel forderte den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg auf, zügig über seine Untersuchungshaft zu entscheiden. Der EGMR hatte der türkischen Regierung kürzlich eine letzte Fristverlängerung zur Abgabe einer Stellungnahme im Fall Yücel eingeräumt. Die ursprünglich am 24. Oktober abgelaufene Frist wurde auf Ersuchen Ankaras bis zum 28. November verlängert.

Yücel (44) wurde am 14. Februar in Istanbul in Polizeigewahrsam genommen, am 27. Februar wurde gegen ihn U-Haft verhängt. Das Gericht begründete das mit dem Verdacht der Terrorpropaganda und der Volksverhetzung. Eine Anklageschrift hat die Staatsanwaltschaft immer noch nicht vorgelegt.

Von RND

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