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Medien ZDF zeigt „Racheengel“ von Tim Trageser
Nachrichten Medien ZDF zeigt „Racheengel“ von Tim Trageser
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19:36 26.12.2010
Jenny (Katharina Wackernagel, links) und ihre Schwester Tina (Gesine Cukrowski) sprechen sich beim Spaziergang am Strand aus. Quelle: ZDF

Rache ist süß. Bisweilen aber auch perfide, blutig und mörderisch wie in Tim Tragesers Thriller. Zwar verrät der Titel „Racheengel – Ein eiskalter Plan“ geübten Genrefreunden mehr, als eigentlich gut wäre, dennoch bleibt der Film fast 90 Minuten lang spannend – vor allem dank einer recht verblüffenden Wendung nach gut einer Stunde. Schauplätze sind Lübeck und Travemünde und dort ein in allen Ehren verstaubtes Luxushotel, in dem der Hamburger Politiker von Brederstein tot in seiner Badewanne aufgefunden wird. Offensichtlich ein Selbstmord. Doch für die Lübecker Kommissarin Tina Campenhausen (Gesine Cukrowski) ist das Szenario viel zu offensichtlich. Außerdem scheint sie den Toten zu kennen, was sie aber zumindest anfangs ihrem Kollegen Chris (Matthias Koeberlin) verheimlicht.

Als dann auch noch ihre Schwester Jenny (Katharina Wackernagel) plötzlich vor der Tür ihres Hauses steht, in dem sie mit ihrem Mann Gero (Götz Schubert) und ihrer kleinen Tochter lebt, wird die Geschichte immer mysteriöser. Selbst gegenüber Gero hat Tina nämlich die Existenz ihrer Schwester verschwiegen, ein tiefdunkles Geheimnis scheint die Frauen tragisch zu verbinden. Und zudem hat Tina schnell den bösen Verdacht, dass Jenny für den Tod des Hamburger Politikers verantwortlich ist.

Dafür gibt es dann auch erste Indizien – beispielsweise Jennys verschwundene Halskette, die das (sehr auffällig schielende!) Zimmermädchen im Zimmer des Toten gefunden hat. Tina gerät in immer größere Gewissenskonflikte. Soll sie ihre Schwester ans Messer liefern – oder ihre mögliche Tat vertuschen? Gleichzeitig verhält sie sich selbst immer seltsamer, anderen gegenüber immer schroffer und abweisender. Und misstrauisch beobachtet sie, wie scheinbar liebevoll ihre Schwester sich ihrer eigenen Tochter nähert. Schließlich droht ihr das eigene Leben gänzlich zu entgleiten. Ja, sie wird zur Fremden in einer nur noch scheinbar idyllischen Umgebung.

Viel mehr darf man hier nicht verraten. Jedenfalls ist dieser Thriller ein gelungener Film über verdrängte Schuld und unbewältigte Vergangenheit. Und er greift ein in diesem Jahr überaus aktuelles Thema auf.

Heimlicher Star des Films ist jedoch die tief winterlich verschneite Ostsee-Landschaft, in der die Geschichte spielt. Und die gut mit der eiskalten Seelen-Landschaft der beiden Schwestern harmoniert.

Dabei sollten die Dreharbeiten gar nicht im kalten Februar dieses Jahres stattfinden, sondern bereits im Herbst zuvor. Aber aus produktionstechnischen Gründen mussten sie verschoben werden. Was zwar nun für wunderschöne, wenn auch frostige Bilder gesorgt hat, aber für die Schauspieler nicht immer leicht gewesen ist. „Das Problem, bei einer solchen Kälte zu drehen“, sagt Hauptdarstellerin Gesine Cukrowski, „besteht für uns Schauspieler vor allem darin, dass unser Hauptdarstellungswerkzeug, nämlich das Gesicht, vor Kälte starr wird. Das bedeutet nicht nur, dass man kaum noch Mimik hat, sondern dass man plötzlich spricht, als hätte man einen Korken im Mund.“ Ein Gefühl, das viele Zuschauer bei dem Winterwetter der vergangenen Wochen sicher gut nachvollziehen können.

Der Thriller „Racheengel – Ein eiskalter Plan“ kommt am Montag (20.15 Uhr) im ZDF.

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