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Meinung Auch die Politik muss nachbessern
Nachrichten Meinung Auch die Politik muss nachbessern
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19:09 30.08.2018
Für den VW Golf liegt noch keine Freigabe vor. Quelle: Rainer Jensen/dpa
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Hannover

Dümmer kann es kaum laufen. Noch nicht einmal der Golf hat aktuell eine Freigabe für die Auslieferung ab September. Auch wenn die Genehmigung in den nächsten Tagen eintrudelt: VW wird alles dafür tun müssen, dass solche Umstellungen beim nächsten Mal glatter laufen.

Doch die Probleme rund um den neuen Abgastest WLTP betreffen nicht nur VW. Auch die Politik bekleckert sich nicht mit Ruhm. Ein Beispiel sind die Verbrauchskennzeichnungen, also das Kleingedruckte mit den Angaben zum Spritverbrauch in der Werbung der Autohersteller. Absurderweise müssen sie die neuen WLTP-Ergebnisse dort noch gar nicht angeben, auch nicht ab September, wenn die Werte längst vorliegen. Der Grund: Die Bundesregierung hat die einschlägige Verordnung noch nicht überarbeitet. Erst im ersten Quartal 2019 soll es so weit sein. Die Verbraucher haben von dem ganzen Kraftakt also erst einmal wenig. Bestenfalls geben die Hersteller die Werte freiwillig an.

Ein anderes Beispiel ist die Kfz-Steuer. Das neue Messverfahren führt auf dem Papier zu höheren CO2-Werten, dadurch steigt automatisch die Steuer. Neuwagenkäufer zahlen mehr, obwohl ihr Modell auf der Straße kein Gramm mehr ausstößt als baugleiche ältere Autos. Das ist schlicht unfair – doch bislang gibt es keinen Plan, die Kfz-Steuer zu reformieren. Die zusätzlichen Steuermillionen locken offensichtlich zu sehr.

Die Steuererhöhung durch die Hintertür verdeutlicht auch erneut die grundsätzlichen Konstruktionsfehler. Autofahrer zahlen nicht für die tatsächlichen Umweltauswirkungen, sondern für das stehende Fahrzeug. Ökologischer, fairer und einfacher wäre es, wenn der Bund nur den Spritverbrauch besteuert.

Von Christian Wölbert

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