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Meinung Die Warnsignale ernst nehmen
Nachrichten Meinung Die Warnsignale ernst nehmen
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20:09 10.10.2018
Viele Handwerker in der Region haben derzeit volle Auftragsbücher und viel Arbeit. Doch die Skepsis nimmt zu, ob sich der Boom so fortsetzt. Quelle: Maurizio Gambarini/dpa
Hannover

Wer einen Handwerker braucht, muss sich derzeit auf eine längere Wartezeit einstellen. Auch das zeigt, wie gut die Geschäfte vieler Betriebe laufen und wie voll ihre Auftragsbücher sind. Zwischen 2013 und 2017 haben sich die Umsätze des Wirtschaftszweigs in Deutschland von rund 517 auf mehr als 581 Milliarden Euro erhöht. Bei zahlreichen Unternehmen wurde das Wachstum zuletzt vor allem durch ein Problem gebremst: Sie fanden nicht genügend qualifiziertes Personal. An der Nachfrage nach ihren Dienstleistungen hat es zumindest im Bau- und Ausbaugewerbe nicht gemangelt. In anderen Branchen war die Lage differenzierter, aber wenn man das Gesamthandwerk betrachtet, so gab es keinen Grund zum Klagen.

Die glänzenden Zeiten können nicht ewig dauern, und es wird auch wieder ein Abschwung kommen – das ist den Handwerkern klar. Doch dass sich die Erwartungen der von der Handwerkskammer Hannover befragten Betriebe nun so deutlich verschlechtert haben, ist erstaunlich. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die Konjunktur an Fahrt verlieren dürfte. Bereits die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute hatten ihre Prognosen nach unten revidiert.

Bisher rechnen die meisten Konjunkturexperten aber damit, dass die Wirtschaft immer noch ordentlich wachsen wird. Und auch für das Handwerk im Großraum Hannover gibt es bisher keine Daten, die stark auf die Stimmung drücken müssten. Umsätze und Aufträge – so jedenfalls das Ergebnis der Kammerumfrage – legen zu. Die Beschäftigtenzahl dürfte steigen. Es sind weiterhin viele Bauinvestitionen geplant, wenngleich hier die Luft dünner wird. Das Geschäftsklima ist also immer noch gut, aber man muss es ernst nehmen, wenn mancher Handwerker der Sache nicht mehr so richtig traut.

Von Dirk Stelzl

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