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Meinung Manöver aus dem Lehrbuch
Nachrichten Meinung Manöver aus dem Lehrbuch
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19:31 06.12.2018
Der Schriftzug des Wohnungsunternehmens Vonovia hängt an der Firmenzentrale. Quelle: picture alliance/dpa
Hannover

Zahlenmäßig könnte es für Vonovia kaum besser laufen. Der Wohnungskonzern verdient prächtig. An der Börse trotzt er weiterhin dem allgemeinen Abwärtstrend. Gestört haben nur die vielen Berichte über unschöne Methoden der Profitmaximierung. Mieterschützer attackieren Vonovia seit Langem und nennen auch konkrete Beispiele für schwer durchschaubare Nebenkostenabrechnungen und drastische Mieterhöhungen nach Sanierungen.

Darauf reagiert der Konzern nun mit einem Manöver aus dem PR-Lehrbuch: Er fährt die Modernisierungen drastisch zurück und verkauft das als Aktion zum Mieterschutz. Tatsächlich dürften aber auch die neuen Gesetze eine wichtige Rolle spielen, die es Vermietern schwerer machen, ihre Kunden zu schröpfen. Mit energetischen Sanierungen kann man bald nicht mehr so leicht Geld drucken wie früher.

Obendrein tut Vonovia-Chef Rolf Buch so, als sei es ihm bisher nur um den Klimaschutz gegangen. Das kann man ihm abnehmen, muss man aber nicht. Schließlich ist Vonovia ein börsennotiertes Unternehmen. Und an der Börse kommt es eher auf die Rendite an als auf die CO2 -Bilanz. Zugutehalten muss man dem Konzern aber, dass er die Mieterhöhungen nun bei zwei Euro deckeln will. Das geht über den gesetzlichen Mindeststandard hinaus und könnte die Kritiker besänftigen.

Das Grundproblem muss aber nicht Vonovia, sondern die Bundesregierung lösen: Sie muss dafür sorgen, dass Vermieter nur dann die Miete erhöhen dürfen, wenn im Gegenzug die Heizkosten auch tatsächlich spürbar sinken. Klimaschutz und Mieterschutz dürfen kein Gegensatz bleiben.

Von Christian Wölbert

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