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Meinung Zu viel versprochen
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20:08 31.08.2018
Dieser Roboter empfängt seine Befehle über 5G. Quelle: dpa-tmn
Hannover

Wenn Politiker über Mobilfunknetze sprechen, klingt das verlockend. Deutschland soll zum „Leitmarkt für 5G“ werden, heißt es im Koalitionsvertrag zwischen SPD und Union auf Bundesebene. Außerdem sollen die Netzbetreiber neue Frequenzen „nur gegen flächendeckende Versorgung“ erhalten. Anders formuliert: Telekom, Vodafone und Co. sollen alle Funklöcher schließen, aber auch die neuesten Funkstandards schnell verfügbar machen.

Leider widersprechen sich die beiden Ziele in der Praxis: Für die Netzbetreiber rechnet es sich nicht, Funklöcher auf dem platten Land zu schließen. Werden sie bei den Frequenzversteigerungen dazu verpflichtet, fehlt andererseits das Geld für den Ausbau neuer Hochgeschwindigkeitsnetze in Städten und Industriegebieten – und Deutschland wird von Vorreitern wie Südkorea, China oder Japan noch weiter abgehängt.

Die Bundesnetzagentur sieht die Dinge zum Glück realistischer. Die weitgehend unabhängige Behörde konzentriert sich auf die drängendsten Probleme bei der Netzabdeckung: die Funklöcher entlang der Autobahnen, Bundesstraßen und Bahnstrecken.

Natürlich haben auch Menschen in abgelegenen Gebieten Anspruch auf schnelle Mobilfunkanbindung. Doch die Bundesregierung sollte nicht so tun, als sei die zum Nulltarif zu haben. Bundesländer wie Bayern und Niedersachsen haben längst eingesehen, dass Förderprogramme nötig sind, um die letzten weißen Flecken zu tilgen. Die Bundesregierung sollte solche Vorhaben unterstützen, statt nur wolkige Versprechungen zu machen.

Von Christian Wölbert

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