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Meinung Chance auch für die Arbeitgeber
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21:22 07.11.2018
Mehr Geld oder mehr Freizeit? Beschäftigte der Metallindustrie haben Wahlmöglichkeiten. Quelle: Monika Skolimowska/ZB/dpa
Hannover

Vor Beginn einer Tarifrunde gehört es zum Ritual, dass die Arbeitgeber die Forderungen der Gewerkschaft mit Abscheu und Empörung als entweder völlig überzogen oder komplett unannehmbar zurückweisen – das gilt unabhängig von der Branche. Diesem vertrauten Muster sind im Frühjahr auch die Unterhändler in der Metall- und Elektroindustrie gefolgt, zumindest bis zum Abschluss des Tarifvertrages, als dieser dann in wundersamer Weise zum „Grundstein für ein flexibles Arbeitszeitsystem für das 21. Jahrhundert“ mutierte.

Dieser Sinneswandel hat mehrere Gründe: Zum einen laufen die Geschäfte der Unternehmen noch so rund, dass sich jedwede Verärgerung in den Belegschaften schnell negativ in den Bilanzen niederschlagen würde. Um das schon im Ansatz zu verhindern, ist die Branche bereit, auch teure Kompromisse in Kauf zu nehmen. Zum anderen bietet der Tarifvertrag den Arbeitgebern auch Möglichkeiten zur Ausweitung der Arbeitszeit, die vonseiten der Gewerkschaft lieber nicht ganz so stark betont werden wie die Aspekte Lohnerhöhung und zusätzliche Urlaubstage.

Letztere sind eben nur ein Teil des Gesamtpaketes – und aus Sicht der Arbeitgeber nicht ganz so wichtig, auch wenn sie mit ihren Kommentaren zur Inanspruchnahme derselben anderes suggerieren. Natürlich lassen sich zusätzliche Fehlzeiten schwer kompensieren, wenn es ohnehin an Fachkräften mangelt. Andererseits fallen Mitarbeiter auch heute schon aus, wenn Kinder oder Angehörige zu pflegen sind – zum Beispiel mithilfe einer Krankschreibung. So gesehen könnte das Recht auf zusätzliche freie Tage auch nur zu mehr Ehrlichkeit in den Betrieben führen.

Von Jens Heitmann

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