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Meinung Die Risiken nehmen zu
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20:43 27.09.2018
Vor allem deutsche Unternehmen sind sehr exportorientiert und stark auf einen florierenden Welthandel angewiesen. Quelle: Christian Charisius/dpa
Hannover

Noch vor Kurzem konnten nur einige Ingenieure und weitere Experten der Automobilindustrie mit der sperrigen Abkürzung WLTP etwas anfangen. Doch dann hat die Einführung des neuen Abgasprüfverfahrens besonders den Volkswagen-Konzern vor gravierende Probleme gestellt und sogar Produktionspausen nach sich gezogen.

Damit haben nicht nur ein paar Firmen zu schaffen. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute stellen nun fest, dass dies auch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigt – ein weiterer Beleg für die enorme Bedeutung der Autoindustrie für Deutschland. Man sollte den Konjunktureffekt von WLTP allerdings nicht überschätzen: Es ist damit zu rechnen, dass die Autoindustrie bis zum Ende des Jahres Lieferungen nachholen kann und die Wirtschaft dann wieder stärker zulegen wird.

Gleichwohl machen das Herbstgutachten und die deutliche Senkung der Wachstumsprognosen deutlich, dass die Risiken für die Konjunktur zugenommen haben. Dies sind andere Töne, als man sie in den vergangenen Jahren gewohnt war. Noch ist Deutschland von den internationalen Handelskonflikten direkt relativ wenig betroffen, und das Verhältnis zwischen den USA und der EU bei diesem Thema hat sich zuletzt entspannt. Doch sollte US-Präsident Trump doch noch Zölle auf Autos aus der EU erheben – die Folgen wären fatal. Und dann ist da noch der Brexit.

Bisher wächst die Wirtschaft jedoch weiter, wenn auch etwas schwächer als angenommen. Die Binnennachfrage ist robust, am Arbeitsmarkt läuft es noch immer gut, und in den Kassen des Staates gibt es Überschüsse. Noch gibt es also keinen Grund, besonders pessimistisch zu sein.

Von Dirk Stelzl

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