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Meinung Verbraucher zu stark belastet
Nachrichten Meinung Verbraucher zu stark belastet
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20:17 11.10.2018
Die Erzeugung von Kohlestrom wird teurer. Steigen deshalb auch bald die Strompreise für Verbraucher? Quelle: Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Zähneknirschend haben sich die Bürger an hohe Energiekosten gewöhnt – doch wie sich der Preis für Strom genau zusammensetzt, versteht kaum jemand. Zu Kosten für Erzeugung, Beschaffung und Vertrieb kommen für Verbraucher Mehrwert- und Stromsteuer hinzu, aber etwa auch Netzentgelte, Konzessionsabgabe und gleich mehrere Umlagen, deren Zweck sich zum Teil erst bei genauem Nachlesen erschließt. Die Preisbestandteile wurden nicht ohne Grund eingeführt, aber sie tragen dazu bei, dass Strom für deutsche Haushalte im europäischen Vergleich besonders teuer ist.

Dass Privatverbraucher wegen staatlicher Vorgaben zu stark zur Kasse gebeten werden – darin sind sich auch die Energiewirtschaft und Verbraucherschützer einig. Eine ungewöhnliche Allianz. Mit ihrem Ansatz, die Stromsteuer zu senken, liegen sie richtig. Diese Steuer wurde 1999 zur Finanzierung der „ökologischen Steuerreform“ eingeführt. Sie sollte Investitionen in Energieeffizienz attraktiver machen und gleichzeitig Geld für die Rentenkasse einbringen. Inzwischen ist ihre Lenkungswirkung nicht mehr notwendig, der Strompreis ist hoch genug. Dank sprudelnder Steuereinnahmen besteht für den Staat Spielraum, den Konsumenten bei der Stromsteuer entgegenzukommen.

Andere Entwicklungen hingegen, die tendenziell zu Preissteigerungen bei konventionell erzeugtem führen, sind nicht vermeidbar. Dass sich zum Beispiel die Zertifikate für CO2-Emissionen verteuern, ist aus Klimaschutzgründen sinnvoll. Dem Klima soll auch eine zunehmende Elektromobilität dienen –umso mehr müssen Politiker für bezahlbaren Strom sorgen.

Von Dirk Stelzl

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