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Meinung VW: Wie viele Löcher im Servicenetz akzeptieren die Kunden?
Nachrichten Meinung VW: Wie viele Löcher im Servicenetz akzeptieren die Kunden?
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09:07 16.03.2018
VW Quelle: Jörg Sarbach
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Hannover

Der Haussegen zwischen Volkswagen und seinen Händlern hängt öfter mal schief – dass beide Seiten ihre Konflikte in der Öffentlichkeit austragen, ist hingegen ein neueres Phänomen. Für die Autohäuser begann das Ende der Zurückhaltung mit der Diesel-Affäre: Während der Konzern die frustrierte Kundschaft über seine Anwälte und vor Gericht abwimmelt, erleben die Händler die Empörung hautnah und fühlen sich vom Unternehmen im Stich gelassen. Dass man in der Wolfsburger Zentrale zudem daran geht, die Zahl der Partner zu verringern, belastet das Verhältnis zusätzlich.

Dabei hängen die beiden Vorgänge nur mittelbar zusammen. Dass Volkswagen seinen Vertrieb neu ausrichten will, hat vor allem mit den Trends in Richtung Elektromobilität und Digitalisierung zu tun – nur die Geschwindigkeit beim Umbau ist der akuten Abgasproblematik geschuldet. Die neuen Technologien werden nicht nur das Verhältnis zu den Kunden nachhaltig verändern, sie stellen auch das bisherige Geschäftsmodell grundsätzlich infrage.

Ein durchschnittlicher VW-Händler verkauft derzeit rund 600 Neuwagen im Jahr – das Geld aber wird in erster Linie mit dem Verkauf von Ersatzteilen und mit Reparaturen in der Werkstatt verdient. Schon heute müssen moderne Autos deutlich seltener zum Wartungscheck, Modelle mit E-Motor dürften die Kfz-Mechatroniker noch seltener zu Gesicht bekommen. Wenn Volkswagen vor diesem Hintergrund eine Reduzierung der Händlerzahl plant, kann das nicht überraschen. Die Frage wird am Ende sein, wie viele Löcher im Servicenetz die Kunden akzeptieren. Wenn sich Volkswagen hier verkalkuliert, werden andere die Lücken füllen.

Von Jens Heitmann

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