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Meinung Mehr Englisch, weniger Bürokratie
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20:41 07.08.2015

Für die Bundesregierung ist es seit vielen Jahren ein Ärgernis: Obwohl Deutsch neben Englisch und Französisch Arbeitssprache der EU ist, schert sich in Brüssel kaum jemand um die Sprache Goethes und Schillers. Die zahllosen Dokumente, die Diplomaten und Bürokraten produzieren, erscheinen oft gar nicht oder nur verspätet auf Deutsch. Für die EU-Abgeordneten, aber auch für ihre Kollegen im Bundestag, ist das ein Problem. Nur Übersetzer und Dolmetscher können sich darüber freuen.

In Berlin verweist man gerne darauf, dass 100 Millionen Menschen in Europa Deutsch sprechen. Deutsch sei damit die meistgesprochene Sprache in der EU. Die stolzen Franzosen kümmert das wenig, sie haben den Vorteil, dass die wichtigsten EU-Standorte in französischsprachigen Ländern liegen. Und die Briten verweisen mit einigem Recht darauf, dass Englisch die wahre Weltsprache sei.

Die einfachste Lösung wäre es daher, Englisch zur einzigen Arbeitssprache zu machen. Das hätte den großen Vorteil, dass alle Politiker und Beamte neben ihrer Muttersprache nur noch eine weitere Fremdsprache lernen müssten. Den Franzosen wird das nicht gefallen, die Deutschen könnten mit gutem Beispiel vorangehen: Es geht um Verzicht im Interesse der EU. In diesem Fall würde dabei die Bürokratie reduziert werden, die dem Brüsseler Apparat gerade aus Deutschland oft vorgehalten wird. Und ein Beitrag zur Harmonisierung wäre es auch, denn Spanier, Finnen, Holländer, Italiener oder Griechen könnten ja derzeit auch fragen, warum ihre Nationalsprachen weniger wichtig sein sollen.

Bundestagsabgeordnete müssten dann allerdings auch vernünftig Englisch lernen. Nur besonders komplexe oder wichtige Dokumente sollten ins Deutsche übersetzt werden - jedoch nicht in Brüssel, sondern in Berlin.

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