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Meinung Auch beim Klima geht es ums Geld
Nachrichten Meinung Auch beim Klima geht es ums Geld
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00:16 12.12.2015
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Um Tuvalu steht es nicht gut. Die Vertreter des kleinen pazifischen Staates warnen auf der Pariser Klimakonferenz bei jeder Gelegenheit davor, dass ein Temperaturanstieg von mehr als 1,5 Grad unweigerlich dazu führe, dass ihre Inseln bald im Meer verschwinden. Alle Inselstaaten warnten Dienstag erneut davor, dass sie dem von vielen Ländern favorisierten Ziel einer Erwärmung von höchstens zwei Grad nicht zustimmen könnten, ohne ihren eigenen Untergang zu beschließen.

Es sind existenzielle Verhandlungspositionen wie diese, die den Klimagipfel von Paris zwischenzeitlich fast zum Erliegen gebracht haben. Die Ölstaaten bestehen darauf, weiterhin ihr Öl zu Geld zu machen, um damit ihre Staatshaushalte zu finanzieren. Die Inder wollen nicht durch allzu strenge CO2-Grenzwerte das Wirtschaftswachstum gefährden. Und die Entwicklungsländer achten peinlich genau darauf, dass sie nicht die Zeche zahlen für den Wohlstand der Industriestaaten.

Dass es dennoch berechtigte Hoffnung auf eine Lösung bis zum geplanten Gipfelende am Freitag gibt, ist auch der französischen Verhandlungsleitung zu verdanken. Mit einer Mischung aus langfristigen Klimazielen, individuellen Selbstverpflichtungen und einem intelligenten Kontroll- und Nachbesserungsmechanismus wollen die Franzosen den Knoten zerschlagen. Und natürlich mit viel Geld. Wie können die Industrieländer für die vom Klima besonders gefährdeten Länder einstehen – ohne dass daraus ein unbezahlbarer Rechtsanspruch auf Entschädigung für Klimaschäden erwächst? 100 Milliarden US-Dollar sollen dafür ab 2020 jährlich bereitstehen. Womöglich müssen die Industrieländer am Ende noch etwas drauflegen, um auch Schwellenländer zur Zustimmung zu bringen, die Angst um ihre Wirtschaftskraft haben. Die Flüchtlingskrise zeigt: Es wäre gut investiertes Geld.

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