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Börsenabsturz kein
 Anlass zur Panik

Kommentar Börsenabsturz kein
 Anlass zur Panik

Das übertriebene Abrutschen der Kurse am Frankfurter Aktienmarkt zeigt deshalb wieder einmal, dass an der Börse Stimmungen oftmals die Oberhand vor fundamentalen Wirtschaftsdaten haben. Ein Kommentar von Ulrich Milde.

Es ist alles schon mal dagewesen. Der Neue Markt an der Frankfurter Börse verzeichnete von 1997 bis 2000 ein geradezu explosionsartiges Wachstum von 1000 auf knapp 10.000 Punkte. Bis die Blase platzte und viele Anleger auf die Nase fielen. Sie hatten geglaubt, sie könnten mit kleinem Kapitaleinsatz, oftmals noch über einen Kredit finanziert, praktisch über Nacht reich werden. Die Wiederholung findet aktuell in China statt.

Der Irrsinn hat in dem vom Börsenfieber erfassten Riesenreich mit dem Kurssturz ein letztlich erwartetes Ende gefunden. Innerhalb eines Jahres hatten sich am Aktienmarkt in Shenzhen die Werte verdreifacht. Um unfassbare sechs Billionen Euro legten chinesische Titel binnen zwölf Monaten an Wert zu – das entspricht der doppelten jährlichen deutschen Wirtschaftsleistung.

Mit gesundem Wachstum hatte das nichts zu tun. Denn die Unternehmensgewinne stiegen in diesem Zeitraum kaum noch. Auf längere Sicht kann es eben nirgendwo auf dem Globus gutgehen, wenn immer mehr Menschen durch Spekulationen an den Märkten ihr Geld verdienen wollen statt mit richtiger Arbeit.

Endgültig klar ist auf jeden Fall, dass Chinas Rolle als Hoffnungsträger der Weltkonjunktur kleiner ausfallen wird. Aber auch wenn der Wachstumsmotor China künftig langsamer laufen und die Talfahrt an den Börsen noch ein wenig anhalten wird, ist das kein Anlass zur Panik. Die hiesige Konjunktur scheint stabil genug zu sein, um die fernöstlichen Turbulenzen an sich abprallen zu lassen. Der private Konsum erweist sich als stabile Konjunkturstütze, die niedrigen Ölpreise tun ein Übriges. Das übertriebene Abrutschen der Kurse am Frankfurter Aktienmarkt zeigt deshalb wieder einmal, dass an der Börse Stimmungen oftmals die Oberhand vor fundamentalen Wirtschaftsdaten haben.

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