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Meinung Bsirskes Anfang vom Ende
Nachrichten Meinung Bsirskes Anfang vom Ende
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02:15 25.09.2015
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Frank Bsirske musste sich zuletzt oft den Vergleich mit Goethes Zauberlehrling gefallen lassen. Die Geister, die er während des noch immer ungelösten Kita-Tarifstreits beschwor, könne er nicht mehr beherrschen, lautete der Vorwurf. Die hohen, womöglich unrealistischen Erwartungen, die er bei Erzieherinnen und Sozialarbeitern geschürt hat, würden ihm nun zum Verhängnis. Die Wiederwahl Bsirskes zum Vorsitzenden der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat gezeigt: So mancher bei Verdi teilt die Kritik an seinem Führungsstil. Mit 88,5 Prozent fiel der Zuspruch für Bsirske deutlich geringer aus als vor vier Jahren. Bsirske ahnte das. Er riet zuletzt seinen Leuten vom Beharren auf Maximalforderungen ab, appellierte an deren Geduld und sprach davon, dass jahrzehntelange Lohndiskriminierungen „nicht im Handstreich“ zu beseitigen seien. Kurzum: Er bat um mehr Zeit. Die hat er nun.

Übertrieben wäre jedoch, im Ergebnis einen Denkzettel oder gar eine Strafe zu sehen. Bsirskes Autorität bleibt unangefochten, das ihm entgegengebrachte Vertrauen ist groß – und das hat paradoxerweise auch viel mit den ungelösten Dauerkonflikten in Kitas und bei Amazon zu tun. Verdi hat sich da als kämpferische Kraft positioniert, allein von Januar bis Juli zählte die Gewerkschaft 1,5 Millionen Streiktage. Das kam gut an: Im selben Zeitraum traten gut 100.000 Neumitglieder der Gewerkschaft bei. Und der Kampf geht weiter. Er wird auf neue Felder wie die Pflege ausgeweitet werden, das machte Bsirske in Leipzig deutlich.

Doch nicht nur zunehmende Tarifflucht von Unternehmen und betriebliche Auslagerungen werden Bsirske in seiner fünften – wie er versichert: letzten – Amtszeit plagen. Er muss nun auch einen Nachfolger finden und aufbauen. Das wird nicht einfach werden, denn Verdi – das ist bisher vor allem Bsirske.

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