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Meinung Wohin kippt das Land?
Nachrichten Meinung Wohin kippt das Land?
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02:15 18.01.2016
Von Hendrik Brandt
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Wer sich die Diskussion der ersten zwei Wochen des neuen Jahres ansieht, kann sich dieses Eindrucks kaum erwehren. Mit Macht und im Wortsinn roher Gewalt sind die Konflikte sichtbar geworden, die die Zuwanderung von Menschen aus anderen Kulturkreisen mit sich bringt.

Und zugleich ist nun klar: Viele haben zu lang um den heißen Brei herumgeredet – in der Politik, vielen Behörden und in den Medien auch. Dabei war nie wirklich strittig, dass Zuwanderung im Ausmaß des Jahres 2015 unsere Gesellschaft überfordern kann, dass die Integration ein komplexes Generationenprojekt wird, bei dem Fortschritte mühsam und Rückschläge selbstverständlich sind. Es ist nur zu selten gesagt worden – auch von uns. Die Exzesse des Migrationsproletariats in Köln und anderswo haben das geändert.

Viele haben zu lang um den Brei herumgeredet

Das Bild ist jetzt schärfer eingestellt. Natürlich kommen nicht nur Fachkräfte oder wissensdurstige Menschen zu uns, die sich in Deutschland mit fleißiger Arbeit ein besseres Leben aufbauen wollen. Und dabei unserer Gesellschaft weit mehr nützen, als sich manche vorstellen wollen. Es kommen auch Glücksritter, Desperados und Kleinkriminelle, die nie etwas anderes im Leben gelernt haben, als den nächsten Tag clever zu überstehen. Auf wessen Kosten auch immer. Sie sind auch da, weil die Politik – vor allem der Union – eben nicht bereit war, Deutschland rechtzeitig auf gezielte, strukturierte Einwanderung vorzubereiten. Dazu gehört etwa, Kriterien der Aufnahme zu definieren – sowohl hinsichtlich der Qualifikation der Menschen als auch ihrer Anzahl. Man könnte sich in Berlin vielleicht jetzt einmal daranmachen, statt weiterhin ebenso aufgeregt wie hilflos durch die Morgenmagazine des Fernsehens zu stolpern.

Nein, es war nicht alles falsch. Das Thema Zuwanderung ist nur viel komplizierter als von vielen gedacht und gesagt. Alle Argumente für die Integration bleiben richtig; sich nun einfach die Decke über den Kopf zu ziehen und um sich zu treten, wie es die neue Rechte vorschlägt, ist naiv und kurzsichtig. Aber nur ein guter Mensch zu sein reicht eben auch nicht in der praktischen Politik. Unser Land wird sich durch die Zuwanderung verändern. Wie und wohin? Noch haben wir es in der Hand.

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