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Meinung Das Ende 
der Isolation
Nachrichten Meinung Das Ende 
der Isolation
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12:03 15.08.2015
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Die Gralshüter des Kapitalismus und eine der letzten pseudokommunistischen Diktaturen gehen auf Kuschelkurs: Die USA und Kuba haben ihre diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen. Mehr als 50 Jahre lang haben die USA versucht, die kleine Karibikinsel durch politische Isolation und ein Wirtschaftsembargo in die Knie zu zwingen. Eine falsche Strategie, die US-Präsident Barack Obama nun endlich korrigiert hat.

Dabei geht es Obama kaum um seinen Eintrag in den Geschichtsbüchern, er setzt auf Handfesteres: Mit Kuba lockt ein großer Absatzmarkt für die US-Wirtschaft, Tourismus, Baubranche, Maschinenbau und Agrarwirtschaft können auf gute Geschäfte hoffen. Die Zeit drängt, denn China, Brasilien und Russland haben ihre Claims auf Kuba schon längst abgesteckt. Außerdem hat die Kuba-Politik der US-Regierung dazu geführt, dass nicht Kuba, sondern die USA in Lateinamerika weitgehend isoliert sind. Der Phalanx fast ausschließlich linker Regierungen auf dem südlichen Kontinent diente Kuba stets als Mahnung, dem vermeintlichen Aggressor im Norden nicht zu sehr zu trauen. Die Annäherung an Kuba könnte das Ansehen Washingtons erheblich verbessern.

Für Castro geht es um Fortschritt und Wirtschaftswachstum. Die kubanische Diktatur ist zwar bemerkenswert stabil. Das US-Embargo hat vor allem die Bevölkerung getroffen, der Partei aber eine Legitimation verschafft, die Zügel straff zu halten. Anders als sein Bruder Fidel bemüht sich Raúl Castro jedoch darum, die Wirtschaft mit vorsichtigen Reformen auf die Beine zu bringen. Sein Vorbild dürfte China sein: ein von der autoritär herrschenden Partei gelenkter Kapitalismus.
Nach fünf Jahrzehnten treffen sich die Interessen der USA und Kubas – es brauchte einen Barack Obama und einen Raúl Castro, um das zu erkennen.

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