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Meinung Das Ende der Wohnungsnot?
Nachrichten Meinung Das Ende der Wohnungsnot?
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20:13 23.02.2018
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Wie komme ich an eine bezahlbare Wohnung? In manchen ländlichen Regionen, etwa dem Südharz, versteht man die Frage nicht, aber vor allem in Metropolen und Großstädten suchen viele Menschen verzweifelt nach einer Antwort. Auch in Hannover, wo der Wohnungsmarkt noch vor einigen Jahren als ziemlich ausgeglichen galt, herrscht heute Mangel. Zwar stehen an vielen Stellen Kräne herum und entstehen neue Wohngebäude, aber die Preisschilder sind oft erschreckend für Normalverdiener. 

Immerhin kommen jetzt gute Nachrichten von einigen Experten. Der Anstieg von Preisen und Mieten dürfte vielerorts seinen Gipfel erreicht haben, und der Markt beruhige sich, heißt es in dem Gutachten, das gerade einige Professoren für die deutsche Immobilienwirtschaft verfasst haben. Die Kombination aus weniger Zuwanderung und mehr Neubau werde für eine Entspannung sorgen. Die Bundesbank warnt schon, dass die Preise im Hinblick auf die Wirtschaftsdaten und die Bevölkerungsentwicklung zumindest in den Ballungsräumen deutlich zu hoch geklettert seien. 

Tatsächlich spiegelt der Anstieg der Immobilienpreise nicht nur das Missverhältnis zwischen den vorhandenen Wohnungen auf der einen Seite und der Nachfrage von Menschen, die eine Wohnung suchen, auf der anderen wider. Eine wichtige Rolle spielt auch der Kapitalmarkt. Da die Anlagezinsen auf Mininiveau geschrumpft sind, suchen viele Geldanleger nach Alternativen und haben sie in Immobilien gefunden. Auch für ausländische Großanleger ist Deutschland ein interessanter Markt, zumal die Preise hier immer noch weit von den Exzessen etwa in London, Paris oder Tokio entfernt sind. 

Soweit das Geld der Anleger in den Neubau fließt, ist das erwünscht, schließlich steigt dadurch das Angebot. Doch es gibt zu viele Hindernisse. Teure Bauvorschriften, zu wenig Bauland, aufwendige technische Normen – das alles macht das Bauen unnötig teuer und verknappt damit den Markt. 

Trotz allem ist der Wohnungsbau in Gang gekommen, teils sogar mehr, als sinnvoll wäre. In manchen Gemeinden fernab der Ballungsgebiete, wo jetzt fleißig gemauert wird, werden in einigen Jahren eher zu viele als zu wenige Einfamilienhäuser herumstehen. Trotz des jüngsten Anstiegs der Geburtenzahlen wird die Bevölkerung in etlichen Gegenden schrumpfen, zumal die Zuwanderung nicht mehr das Ausmaß der vergangenen Jahre haben wird. Doch auch in Ballungsräumen dürfte die Wohnungsnot in den nächsten Jahren dank des Baubooms etwas an Brisanz verlieren. Billig wird das Wohnen jedoch nicht werden. Allerdings sollten Bauwirtschaft, Immobilienunternehmen und der Staat mehr dafür tun, dass es bezahlbar bleibt. Das nun geplante Baukindergeld für Familien ist nur ein Laborieren an den Symptomen. 

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