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Das Grundproblem

Grotelüschen Das Grundproblem

Im Flüsterton hat rund um Niedersachsens Landwirtschaftsministerin eine Debatte begonnen, die man, soweit sie ins Persönliche zielt, fast fies finden kann: Da rätseln CDU-Granden, wann und wie Astrid Grotelüschen vielleicht mal einen „Befreiungsschlag“ hinbekommen könnte. Oder sie seufzen, die Ministerin sei leider für Kritik nicht zugänglich.

Das Grundproblem ist ein anderes: Grotelüschen hätte niemals Ministerin werden dürfen, und zwar schon aus strukturellen Gründen, ganz unabhängig von allen persönlichen Eigenschaften. Ihr Ehemann ist in der Massentierhaltung tätig – und damit ergibt sich objektiv eine verfängliche Konstellation, die immer wieder einen Verdacht erregen kann. Die Gretchenfrage für die Grotelüschens ist schnell formuliert: Wie halten sie es mit dem Tierschutz?

Wer als Minister in seinem Fachgebiet ausgerechnet solche Regeln entwerfen oder anwenden muss, die unterm Strich den Gewinn des Ehepartners schmälern können, gerät naturgemäß in Schwierigkeiten. Wie, beispielsweise, stünde ein Umweltminister da, dessen Frau eine Chemiefabrik ihr Eigen nennt? Würde nicht jede Warnung eines solchen Umweltministers vor „zu viel Bürokratie“ oder vor „Überregulierung“ im Publikum mit Hohngelächter quittiert? Hier geht es um ein Dilemma, das sich auch bei größter Anstrengung nicht überwinden lässt.

Dem Agrar- und Biotechnikstandort Niedersachsen stünde im Landwirtschaftsressort ein Neustart gut zu Gesicht. Ideal wäre eine Persönlichkeit, die die Position zu verkörpern vermag, dass gesunde Ernährung, Tierschutz und Biotechnik keine Gegensätze sein müssen. Gesucht wird jemand, der nach vorn blickt – und den Kopf frei hat.

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„Symbolfigur der Massentierhaltung“
Ihre Vergangenheit wird Astrid Grotelüschen zum Verhängnis.

Es gärt rings um Astrid Grotelüschen: Niedersachsens Ministerin für Landwirtschaft bekommt als „Symbolfigur der Massentierhaltung“ kräftigen Gegenwind zu spüren – auch aus den eigenen Reihen. Grotelüschen ist die große Schwachstelle der Landesregierung geworden.

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