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Darum ist der Nobelpreis ein starkes Signal für Kolumbien

Juan Manuel Santos Darum ist der Nobelpreis ein starkes Signal für Kolumbien

Ein tiefer Riss geht durch die Gesellschaft Kolumbiens. Nicht einmal die Aussicht auf einen Friedensvertrag konnte sie bisher versöhnen. Dennoch geht der Friedensnobelpreis an Kolumbiens Präsidenten Santos. Eine überraschende Entscheidung, von der ein starkes Signal ausgeht. Ein Kommentar.

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Friedensnobelpreisträger 2016: Juan Manuel Santos.
 

Quelle: dpa

Hannover.  Über Generationen hinweg leidet Kolumbien unter der brutalen Rigide von Guerilla-Kämpfern und Drogenkartellen. Ein Leben in Sicherheit – für einen Großteil der Bevölkerung ist das nicht viel mehr als reine Wunschvorstellung. Die bittere Bilanz: mindestens 220.000 Tote und Abermillionen Flüchtlinge.

Den bisherigen Präsidenten fiel nichts Besseres ein, als auf die Kriegsmaschinerie zu setzen. Gewalt jedoch erzeugte Gegengewalt. Und genau diesen Kreislauf will Santos durchbrechen.

Der Friedensnobelpreis wird seit 1901 jährlich am Todestag Alfred Nobels, dem 10. Dezember, in Oslo verliehen. Insgesamt wurde der Preis 125 Mal verliehen - 86 an Männer, 15 an Frauen und 24 an Organisationen.

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Erreicht hat er bislang noch nicht allzu viel. Das Land bleibt gespalten. Der Friedensnobelpreis kommt daher womöglich zu früh. Das Signal, das von dieser Vergabe aber ausgeht, ist weitaus wichtiger: Die Welt unterstützt Santos und seine Friedensbewegung auf diesem gewaltfreien Weg. Ein Signal, das auch seine Kritiker zum Umdenken bewegen könnte.

Wie tief das Land gespalten ist, zeigt das Nein zum Friedensvertrag. Die Kolumbianer, eingeschüchtert von jahrelanger Guerilla-Gewalt, verlangen nach Sicherheit. Das solle aber nicht durch milde Strafen gegen ihre einstigen Peiniger möglich gemacht werden. Santos gibt dem Druck nicht nach und treibt den Prozess der Annäherung ungeachtet des Referendums voran.

 Kolumbien lechzt nach einem einen kulturellen Wandel – und der ist nur mit Dialog und nicht mit weiterem Blutvergießen zu erreichen. Ein Prozess, der Geduld und Zeit benötigt. Und Solidarität in der Welt.

Von Carsten Bergmann

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