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Meinung Die Bahn muss
 zuverlässig werden
Nachrichten Meinung Die Bahn muss
 zuverlässig werden
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02:15 09.07.2015
Von Alexander Dahl
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Sage nur ja keiner, die Deutsche Bahn sei unzuverlässig. Ist das Wetter mal nicht durchschnittlich, kann sich der Bahnfahrer darauf verlassen, dass das Verkehrsunternehmen Probleme bekommt. In den vergangenen Tagen stöhnte Deutschland unter sommerlicher Hitze, was für den Monat Juli allerdings nicht ungewöhnlich ist. Wieder fielen Klimaanlagen aus; Passagiere strandeten irgendwo und mussten mit großer Verspätung auf Ersatzzüge ausweichen. Zur Erinnerung: Bereits im Juli 2010 kollabierte die Kühltechnik der Bahn, die damals nur bis 32 Grad einsatzsicher war. Es gab Entschuldigungen; geschehen aber ist offenkundig nichts.

Die Bahn macht ihre Bahnhöfe zu Einkaufszentren; Fahrkarten gibt es trendgemäß via Smartphone, und die Züge sehen oft modern aus. Das alles hat seinen Preis – und der wird offenbar bezahlt durch Einsparungen bei der Instandhaltung. Wie sonst ist es zu erklären, dass ein Verkehrskonzern, der früher mit dem Slogan „Alle reden vom Wetter – wir nicht“ warb, heute immer vom Wetter redet, wenn der Bahnverkehr zusammenbricht? Im Sommer ist es Hitze, im Herbst nasses Laub auf den Gleisen und im Winter der Frost. Moderne Technik, wie sie heute in Lokomotiven und Wagen verbaut wird, muss gewartet werden. Dies ist oft nicht der Fall. Schon vor Jahren rügte Siemens, dass deren Klimatechnik im ICE von der Bahn vernachlässigt wurde.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass Kostenrechner der Bahn intern folgende Bilanz aufgemacht haben: Es ist billiger, im Einzelfall frustrierte Kunden zu entschädigen, als permanent Geld für eine hohe Betriebsstabilität auszugeben. Kurzfristig mag sich das auszahlen, langfristig dürfte es teuer werden. Wenn die Bahn erst das Image eines unzuverlässigen Verkehrsmittels hat, werden viele Kunden umsteigen. Dazu sollte es der Konzern nicht kommen lassen.

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