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Meinung Die CDU braucht ein neues Angebot
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02:15 20.08.2015
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Mehr Julia Klöckner und weniger Volker Kauder: Angela Merkels Generalsekretär Peter Tauber hat sich mit seinen Vorschlägen zur Reform der CDU weit vorwagen dürfen. Bunter, weiblicher, jünger, unverkrampfter und mehr von Migranten geprägt soll es zukünftig in der Union zugehen, wenn es nach dem Generalsekretär geht. Tauber hat längst damit angefangen. Die von ihm angestoßene Debatte um ein Einwanderungsgesetz war zeitgemäß. Und die ständige Lobhudelei der Funktionärsebene untereinander möchte die CDU durch unkomplizierte neue Dialogformen aufbrechen.

Die Modernisierung ist dringend nötig. Denn die vergangenen Jahre haben gezeigt: Auch wenn sich die CDU dem Zeitgeist schnittig anpasst und ihre Vorsitzende Angela Merkel seit Jahren herausragende Zustimmungswerte bekommt, hat all das den Trend zum Mitgliederschwund nicht aufhalten können. Womöglich haben die aufgeregten Debatten in den sozialen Netzwerken den ernsthaften politischen Dialog mancherorts längst ersetzt. Eine flotte Partei-Arbeitsgruppe, ein paar interessante Fragen, einige wohlformulierte Wünsche für die Zukunft werden an diesem Kulturwandel nichts ändern.

Es kann sein, dass der Dezemberparteitag der CDU den Mut findet, bei der Anerkennung unterschiedlichster Lebensgemeinschaften noch ein Stückchen weiter in die Mitte zu rutschen. Aber irgendwann muss eine Großorganisation wie die CDU erklären, weshalb jemand bei ihr mitmachen sollte. Was dürfen Interessenten erwarten, außer dass Angela Merkel gekonnt wie keine andere ideologischen Ballast aus einer ihr fremden Welt beiseiteräumt? Vielleicht geht es am Ende um etwas brutal Modernes: politische Entscheidungen mit Vernunft zu diskutieren und dann danach glaubwürdig zu handeln. Es
 wäre zumindest ein Angebot.

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