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Meinung Die Folgen der Angst
Nachrichten Meinung Die Folgen der Angst
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02:15 07.02.2016
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Hat die Bundesregierung die Lage in der Flüchtlingskrise im Griff? 81 Prozent der Deutschen zweifeln daran. Nur noch 46 Prozent sind mit der Arbeit der Kanzlerin zufrieden. 70 Prozent finden die Verhältnisse in Deutschland „eher beunruhigend“. Wen wundert das? Seit Monaten jagt eine Schreckensmeldung die andere. Schaffen wir das?, lautet die Leitfrage. Wir schaffen das nicht, sagen die CSU und ein Teil der CDU. So schaffen wir das nicht, sagt inzwischen auch die SPD.
Erfolgsmeldungen finden kaum statt. Wer heute noch sagt „Wir schaffen das!“, gibt sich beinahe der Lächerlichkeit preis. Das ist beunruhigend. Denn weder eine Million Flüchtlinge noch zwei Millionen Flüchtlinge werden ein Land mit 80 Millionen Einwohnern zum Zusammenbruch bringen. Was das Land in die Knie zwingen könnte, ist die miese Stimmung. Und die ist in vielen Fällen vor allem durch Gerüchte, Vermutungen und Befürchtungen entstanden. Angst verbreitet sich wie die stille Post.

Aber woher soll die Zuversicht kommen, wenn Politik und manche Medien ausschließlich Zweifel, Ärger und Befürchtungen transportieren? Parteipolitischer Streit und die Berichterstattung über grapschende Flüchtlinge vermitteln ein Bild von Deutschland, das nur einen kleinen Ausschnitt der Realität wiedergibt. Natürlich war es schlimm, was in Köln in der Silvesternacht passiert ist, natürlich gibt es in Flüchtlingsheimen Gewalt, natürlich ist die Flüchtlingskrise ein Problem.

Aber Deutschland ist in der Lage, dieses Problem zu lösen. Diese Spirale aus Angst, Zweifeln und Verunsicherung ist ein Wachstumsprogramm für die AfD. Die gute Nachricht aus den Umfragen: 94 Prozent der Deutschen halten es für richtig, dass Deutschland Flüchtlinge aufnimmt. Wer vor dem Krieg flieht, sollte also Schutz in Deutschland suchen dürfen.

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