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Meinung Die SPD auf
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02:15 22.05.2016
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Der Streit tobt seit Jahren: Wie gefährlich ist Glyphosat? Löst der Unkrautkiller Krebs aus? „Wahrscheinlich“, sagen manche Wissenschaftler. „Eher unwahrscheinlich“, erklären andere. Denn gefährlich werde es erst in sehr hohen Mengen – fast jeder habe zwar Glyphosat im Urin, aber nicht so viel, dass es krank macht. Am Ende lautet das Fazit aus zahllosen Studien: Man weiß es nicht so genau.

Die SPD hat es deshalb leicht, wenn sie sich jetzt kurzfristig entschieden hat, Glyphosat zumindest vorläufig verbieten zu wollen. Denn gerade das mit Blick auf die TTIP-Verhandlungen als europäische Errungenschaft gefeierte Vorsorgeprinzip ist da eindeutig: Solange nicht sicher ist, dass ein Produkt gesundheitlich unbedenklich ist, sollte es nicht auf dem Markt sein.

Der Verdacht liegt nahe, dass die Partei im Umfragetief auf Profilsuche ist – und sich deshalb bei Glyphosat auf die Seite der besorgten Verbraucher stellt. Zumal zu den großen Glyphosat-Vermarktern auch der US-Konzern Monsanto zählt, der mit seinem gentechnisch veränderten Getreide in Europa ohnehin wenig populär ist. Zum Kalkül der SPD könnte auch gehören, dass das politische Risiko überschaubar ist: Gibt es weiterhin keine Einigung der EU-Staaten, kann die EU-Kommission die Zulassung auch im Alleingang verlängern.

Endlos ist dies jedoch nicht möglich. Deshalb kommt es jetzt darauf an, dass die SPD bei ihrer neu gewonnenen Haltung bleibt, Deutschland sich also auch bei künftigen Abstimmungen über Glyphosat enthält. Denn solange unklar ist, ob das Unkrautvernichtungsmittel Krebs auslöst, sollte es vorsichtshalber verboten werden. Neue Studien könnten dann alle Sorgen zerstreuen. Zugleich würde aber auch der Druck auf die Industrie wachsen, Alternativen zu entwickeln. Der Verbraucher würde in beiden Fällen profitieren.

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