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02:15 16.01.2016
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 Doch die Türkei ist ohnehin ein fragwürdiger Partner in der  neuen internationalen Allianz, die den staatlichen Zerfall der Region im Nahen und Mittleren Osten stoppen, besonders üble Diktatoren ersetzen und zugleich auch noch die Ursachen der Flüchtlingswelle bekämpfen will.

Der türkische Präsident Erdogan ist aber auch Teil einer anderen, unwürdigen Allianz. Für ihn gilt: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Also pflegte die Türkei eine gewisse Partnerschaft mit dem IS, weil es Ankara im nationalistischen Spiel in der Region und beim wieder entflammten Konflikt mit den Kurden nützlich erschien. In der Nato sah man gern über türkische Fehlsteuerungen hinweg. Deutschland und die EU haben zudem die Chance verpasst, Erdogan beim Wort zu nehmen, als er noch ein Reformer war. Jetzt ist es für vieles zu spät. Auch für das genaue Hinsehen, für EU-Hoffnungen und für eine saubere und ehrliche Allianz gegen die terroristische Bedrohung.

Nun gilt es, zwischen Übeln verschiedener Größenordnung abzuwägen. Deutschland entsendet inzwischen Aufklärer in den Luftraum im Kampf gegen den IS, Berlin schickt zudem Milliardenbeträge nach Ankara, um den Flüchtlingsstrom hierher zu bremsen. Deutschland ist also ein bisschen Teil der aktiven Anti-IS-Allianz und andererseits ein wenig Vermittler und Friedensmakler. Die nun überdeutliche Gefährdung durch den Terror verlangt eine politische und auch eine militärische Abwehr. Das verbindet, es darf aber nicht sprachlos machen, auch nicht bei der notwendigen Kritik an undemokratischen Entwicklungen in der Türkei.

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