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Meinung Eine Katastrophe
Nachrichten Meinung Eine Katastrophe
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23:21 13.02.2009
Von Klaus von der Brelie

Die Sicherheitskräfte wurden nicht nur überrascht, ihnen wurde zugleich die eigene Unfähigkeit vor Augen geführt.

Wie stolz hatte sich Präsident Hamid Karsai noch im vergangenen Jahr gezeigt, als die internationale Schutztruppe seinen Leuten die Verantwortung für die Sicherheit in der afghanischen Hauptstadt übertrug. Seit gestern ist klar, dass sie dieser Aufgabe nicht gewachsen sind. Der schon seit Langem als „Bürgermeister von Kabul“ verspottete Staatspräsident verliert nun auch in der Hauptstadt die Kontrolle. Die Taliban können – trotz der internationalen Militärpräsenz – immer weiter vorrücken.

Resignation wäre die falsche Antwort auf die aktuelle Entwicklung in Afghanistan. Mit militärischen Mitteln zurückzuschlagen und möglichst viele Aufständische zu töten oder gefangen zu nehmen wird auch nicht den erhofften Erfolg bringen. Wer eine Trendwende in Afghanistan erreichen will, sollte die Gründe für die verbesserte Lage im Irak analysieren und ein neues Konzept für die Befriedung Afghanistans entwickeln. Im Irak konnte nach und nach die Hoheitsgewalt an Einheimische abgegeben werden, ohne dass das Land im Chaos versank.

Kritischere Blicke denn je fallen jetzt auf Karsai: Der Mann hat trotz massiver Unterstützung aus dem Ausland auf vielen Feldern versagt und seine Förderer enttäuscht. Deshalb ist es gut, dass Afghanistan in diesem Jahr die Chance bekommt, einen neuen Präsidenten zu wählen. Aber lassen Taliban und Al Qaida diese Wahl überhaupt zu? Land und Leute, so scheint es, treiben auf eine Katastrophe zu.

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