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Eine besondere Art der Reifeprüfung

Bärbel Hilbig zum Doppelabitur Eine besondere Art der Reifeprüfung

Bei den ersten Gymnasiasten, die ein Jahr schneller zum Abitur kommen sollten, ist aktuell eine Abstimmung mit den Füßen zu beobachten. Viele, die dieses Frühjahr die Reifeprüfung ablegen sollten, haben rechtzeitig das Weite gesucht.

Sie wiederholen freiwillig die elfte Klasse, wechselten auf Gesamtschulen mit mehr Zeit bis zum Abi oder haben der Schule bereits ganz den Rücken gekehrt. Das ist nicht verwunderlich. Ausgerechnet der erste Jahrgang, dem die Landesregierung das schnelle Lernen verordnet hat, wurde mit besonders vielen Problemen konfrontiert. Den Jugendlichen blieben de facto nur sieben Jahre am Gymnasium (die fünfte Klasse verbrachten sie an der Orientierungsstufe), sie wurden Lehrplänen und Lehrern ausgesetzt, die selbst noch gar nicht auf den Wechsel eingestellt waren. In der Oberstufe traf der Pionierjahrgang dann auf Mitschüler, die noch 13 Schuljahre Zeit hatten. Verdüstert wird das Bild durch die Sorge, dass Ausbildungs- und Studienplätze für den Doppeljahrgang knapp werden könnten. Mancher hat deshalb in einer besonderen Art Reifeprüfung die eigenen Chancen abgewogen und gönnt sich ein Jahr länger. Die individuelle Notbremse lässt sich durchaus als Ohrfeige für die Politik verstehen.

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