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Kommentar zu Hooligan-Demo Zeichen gesetzt

3200 Hooligans demonstrierten am Sonnabend am ZOB, 6000 Gegendemonstranten zogen durch die Innenstadt. Dass es zu keinen größeren Vorfällen kam, ist der Polizei zu verdanken. Ein Kommentar von Volker Goebel. 

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Schluss mit dem Klassen-Kampf

Mit einem massiven Sicherheitsaufgebot hielt die Polizei die Hooligan-Demo in Schach. 

Quelle: Nigel Treblin

Am Ende dieses aufreibenden Tages war es vielen Hooligans in der Sperrzone einfach nur langweilig: Zu trist der ihnen zugewiesene Kundgebungsort, zu einschüchternd die Einzelkontrollen der Polizei – nicht einmal Alkohol durfte getrunken werden, das hielt den Spaßfaktor sehr in Grenzen. Nicht wenige drängte es zur vorzeitigen Abreise. So gesehen ist die Strategie der Polizei voll und ganz aufgegangen. Nachdem es ihr nicht gelungen war, die Veranstaltung der „Hooligans gegen Salafisten“ zu verbieten, betrieb sie größtmöglichen Aufwand, um gewalttätige Ausschreitungen, wie es sie im Oktober in Köln gegeben hatte, zu verhindern. Was hätte sie auch sonst tun sollen? Ob das Ganze am Ende nicht übertrieben war, ob die Kosten nicht jedes Maß sprengen und ob man jetzt immer Tausende Polizisten mobilisieren will und kann, um einen kleinen Haufen von potenziellen Gewalttätern im Griff zu behalten, das sind Fragen, die sich wohlfeil stellen lassen, nachdem solch eine Veranstaltung weitgehend friedlich zu Ende gegangen ist. Hätte es Straßenschlachten, Verletzte und große Schäden in Hannovers Innenstadt gegeben – dann wären die Sicherheitsbehörden die Dummen gewesen. 

Hannover hat also auf jeden Fall ein Zeichen gesetzt. Die Polizei zögerte nicht, der Versammlungsfreiheit von Hooligans und Rechtsradikalen engste Grenzen zu setzen. Gewerkschaften, Parteien und Kirchen machten mit ihrer Gegendemonstration deutlich, dass man nach wie vor wachsam ist gegenüber jenen, die unter alten oder neuen Vorzeichen Hetze und Unfrieden verbreiten wollen. Die Redner auf der „Bunt statt Braun“-Kundgebung, allen voran Oberbürgermeister Stefan Schostok, haben darauf hinwiesen, dass in dieser Stadt ein Klima der Toleranz und des friedlichen Miteinanders herrscht. Das kommt nicht von alleine. Viele Menschen engagieren sich dafür, setzen sich etwa für Minderheiten und Flüchtinge ein. Und alle wissen, dass es in diesen Zeiten manchmal nicht einfach ist, den Einflüsterungen der Populisten, der Propagandisten und der Ewiggestrigen etwas entgegenzusetzen. Auch das ist in Hannover gelungen.

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Hooligan-Versammlung und Gegen-Demo

Begleitet von einem massiven Sicherheitsaufgebot haben Sonnabend etwa 3200 Hooligans am ZOB gegen Salafisten demonstriert. Zu Gegenveranstaltungen am Steintor und der Goseriede kamen bis zu 6000 Menschen. Von einzelnen Zwischenfällen abgesehen war es friedlich, die befürchteten Krawalle blieben aus.

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