Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meinung Fall Härke: Das Rücktrittsangebot war erst der Anfang
Nachrichten Meinung Fall Härke: Das Rücktrittsangebot war erst der Anfang
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 29.10.2017
Von Felix Harbart
Die Tür zum Büro von Harald Härke.  Quelle: Heidrich
Hannover

Der Oberbürgermeister und sein Dezernent mögen am Donnerstag den Eindruck vermittelt haben, sie hätten die leidige „Affäre Härke“ abgeräumt. Das Gegenteil jedoch ist richtig. Es scheint, als ginge es jetzt erst richtig los.

Klar ist: Der Dezernent hat seine Position ausgenutzt, um seiner Lebensgefährtin einen Vorteil zu verschaffen. Insofern war es gut, dass der OB dagegen dienstrechtlich vorgegangen ist - wenn auch möglicherweise reichlich spät. Ansonsten werfen die Erklärungen von Harald Härke und Stefan Schostok einen Haufen Fragen auf.

Rückblick

Personaldezernent Harald Härke wird Fehlverhalten bei einer Stellenbesetzung vorgeworfen. Was bisher geschah.

Zum Beispiel: Vor einer Woche hat Schostok im Verwaltungsausschuss gefordert, Härke solle sofort in den vorzeitigen Ruhestand gehen. Jetzt bietet Härke genau das an. Warum schlägt Schostok nicht ein? Ist ihm das Verfahren entglitten, dessen Ende er sich eigentlich anders vorgestellt hatte?

Oder: Schostok hat auch gesagt, das Vergehen Härkes sei „kein Einzelfall“. Wo ist der erweiterte Vorwurf geblieben? Weiß der Oberbürgermeister mehr, als er sagt - oder sagt er mehr, als er weiß?

Oder: Schostok prognostiziert selbst, dass das Disziplinarverfahren gegen Härke wohl mit einer Geldbuße enden wird. Wenn Härke der Makel, der ihm jetzt anhaftet, nicht stört, könnte er also bis 2022 auf seinem Stuhl sitzen bleiben. Nicht nur bis 2019. Warum tut er das nicht?

All das deutet auf eines hin: Beide wollen vermeiden, dass noch mehr Geschichten und Details an die Oberfläche kommen, die sie lieber beerdigen wollen. Hat der Dezernent vielleicht noch anderswo getrickst? Und ist vielleicht doch etwas dran am Gehaltsgeschacher von Schostoks engstem Mitarbeiter, dessen Namen er ohne Not öffentlich gemacht hat? In einem anständigen Rathaus müsste so ein Vorgang doch dokumentiert sein.

Aber ist das noch ein anständiges Rathaus?

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nun hat auch der Letzte begriffen, dass es in Niedersachsen keine Ampel-Koalition geben wird. Die SPD muss sich nun der Realität stellen, dass es nur noch um eine Große Koalition geht. Und die kann einiges im Land bewirken. Sie muss nur anfangen. Ein Kommentar von Volker Goebel.

Volker Goebel 25.10.2017

Die Wahl von Wolfgang Schäuble als Bundestagspräsident ist ein Glücksfall für das Parlament und das Land, das nicht zwiegespalten, sondern vielfach segmentiert ist. Nun gilt es, schnell eine Regierung zu bilden. Es ist bereits genug Zeit vertrödelt. Ein Kommmentar von Hendrik Brandt.

Hendrik Brandt 24.10.2017

Außenminister Rex Tillerson gilt eigentlich als besonders besonnener Vertreter der US-Administration. Sein Auftritt bei den saudischen Freunden in Riad allerdings lehrt die Europäer das Fürchten.

24.10.2017