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Meinung Für Etihad könnte es noch viel teurer werden
Nachrichten Meinung Für Etihad könnte es noch viel teurer werden
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21:15 05.03.2018
Formal hielt Etihad nur 29 Prozent an Air Berlin – die Fluggesellschaft aus dem Emirat Abu Dhabi war aber über viele Jahre der größte Geldgeber. Quelle: dpa
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Außer dem Insolvenzverwalter werden von der Pleite von Air Berlin auch Anwälte profitieren. Noch mögen die Gläubiger zerstritten sein – es spricht jedoch viel dafür, dass sie sich zumindest einig werden bei dem Versuch, den größten Geldgeber der Fluggesellschaft um weitere Hunderte Millionen Euro zu erleichtern. Die eingeholten Rechtsgutachten jedenfalls signalisieren dafür so gute Chancen, dass professionelle Prozesskostenfinanzierer das Risiko kaum scheuen dürften.

Air Berlins einstiger Hauptaktionär Etihad hat viele Fehler gemacht – die letzte Hilfszusage könnte sich als der größte herausstellen. Während sich die Lufthansa im vergangenen Frühjahr bereits akribisch auf die Pleite des größten innerdeutschen Konkurrenten vorbereitete, wollte die alte Etihad-Führung das Desaster selbst kurz vor dem Absturz augenscheinlich immer noch nicht wahrhaben. Anders lässt sich die abermalige Finanzgarantie von Ende April 2017 nicht erklären.

Die Verdrängungsleistung in Abu Dhabi muss beachtlich gewesen sein: Seit dem Börsengang 2006 hatte Air Berlin Monat für Monat rund 25 Millionen Euro Verlust eingeflogen – bis zur Einstellung des Betriebs kam so eine Summe von rund 3 Milliarden Euro zusammen. Diese niederschmetternden Zahlen waren Jahr für Jahr in der Bilanz nachzulesen. Dennoch haben sie bei Etihad erst zu einem Kurswechsel geführt, als es dafür schon viel zu spät war. Das lange Herauszögern des Unausweichlichen hat die arabische Gesellschaft bereits viel Geld gekostet – nach Lage der Dinge könnte das Engagement bei Air Berlin für Etihad noch einmal deutlich teurer werden.

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