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00:16 03.12.2016
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Künftig sollen alle für die digitale Sicherheit haften: Nutzer, Konzernchefs, Behördenleiter, Hersteller, Provider und Dienstanbieter. Alle, die das Internet bevölkern und anzapfen, sollen zahlen, wenn in ihrem Bereich etwas passiert.

Die Idee klingt gut. Im Prinzip ist das ein vernünftiger Ansatz. Es gibt jedoch zwei Haken. Erstens: Der Schritt kommt zu spät. Zweitens: Es ist bislang niemand bereit, Abwehrmaßnahmen ausreichend zu finanzieren und zu koordinieren.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten durchdringt die Digitalisierung in atemberaubender Geschwindigkeit beinahe jeden Bereich des öffentlichen und privaten Lebens. Die Einsicht, Geld in die Hand zu nehmen, um die virtuelle Welt vor Angriffen von außen zu schützen, hält mit diesem Tempo jedoch nicht annähernd mit. Eine gefährliche „Geiz ist geil“-Mentalität hat sich breitgemacht. Jeder will zwar sofort das neueste Smartphone, das pfiffigste Tablet oder den schnellsten Drucker. Für einen adäquaten Virenschutz reicht aber meistens nicht das Geld. Das ist in etwa so, als ließe man sich luxuriös ein großes Schloss bauen, spare dann aber an Verriegelungen für die Fenster und die Türen.

Diese Sorglosigkeit betrifft nicht nur private Nutzer. Auch Konzernchefs und öffentliche Behörden haben viel zu lange gezögert oder aufgrund knapper Kassen den Sicherheitsaspekt vernachlässigt. Der Bund beginnt erst jetzt zu erkennen, dass digitale Sicherheit eine zentrale Bedeutung besitzt. Stichwörter wie Cyber-Abwehrzentrum, IT-Truppe der Bundeswehr oder neues Personal für BND und Verfassungsschutz stammen allesamt erst aus diesem Jahr. Plötzlich werden hastig Millionenpakete geschnürt und Tausende neuer Planstellen geschaffen. Dabei ist es in vielen Bereichen längst zu spät. Gute Leute sind Mangelware. Experten verkaufen ihr kostbares Wissen meistbietend an den attraktivsten Arbeitgeber. Der öffentliche Dienst zählt nicht dazu. Die Bundeswehr hat große Probleme, die ausgeschriebenen 1500 neuen IT-Stellen zu besetzen.

Wer die Haftungsfrage aufwirft, sollte zunächst seine eigenen Hausaufgaben machen. Bislang werden Sicherheitsvorfälle der Bundesnetzagentur gemeldet. Die ist jedoch nicht für Cyber-Attacken zuständig, sondern das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie. Wichtige Alarmmeldungen versickern auf diese Weise im Sumpf ungeklärter Zuständigkeiten, wie der Telekom-Hack gezeigt hat. Verantwortlich dafür zeichnet de Maizière. Haftet er jetzt auch?

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