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Harte Linie gegen Fußballchaoten

Kommentar zur Fan-Randalen Harte Linie gegen Fußballchaoten

Nach der erneuten Randale von Fußballchaoten nach einem 96-Spiel ist die Betroffenheit beim Verein groß. Wichtig ist: Hannover 96 braucht jetzt eine klare Linie, notfalls eine harte. Ein Kommentar von Volker Goebel.

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Polizisten stehen im April 2014 nach der Rückkehr der Mannschaft von Hannover 96 vom Derby Eintracht Braunschweig gegen Hannover 96 vor der HDI Arena, während Fans protestierend vor der Arena warten. 

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa (Archiv)

Hannover. Wer einmal sein Zugabteil mit Fußballchaoten teilen musste, der weiß, wie er aussieht - der ganz normale Wahnsinn am Rande von Bundesligaspielen. Das reicht von Pöbeleien und Drohungen bis hin zu Exzessen von Gewalt, die selbst vor Polizisten nicht haltmachen. Und wenn wie jetzt nach dem Spiel von Hannover 96 auf Schalke der Krawall mal wieder besonders ausufert, führt dies prompt zu einem Wettbewerb der Betroffenheitsbekundungen.

Dabei muss uns doch niemand sagen, dass das, was sich einige 96-Anhänger am vergangenen Wochenende geleistet haben, schockierend, widerwärtig oder ekelhaft ist. Das wissen alle. Man muss auch nicht betonen, dass das Verwüsten von Zugabteilen oder das Abschießen von Leuchtmunition auf Polizisten strafrechtliche Konsequenzen hat. Das gehört zu den Selbstverständlichkeiten in einem Rechtsstaat. Die entscheidende Frage ist: Wie kann man so etwas verhindern? Wer schützt uns und die Fußballkultur vor den Rowdies?

Die Antworten darauf sind nicht ganz so einfach, wie manche denken mögen: Massenveranstaltungen wie der Fußball sind schon lange Risikoveranstaltungen. Jeder Verein bemüht sich, Strategien zu entwickeln, um das Aggressionspotenzial seiner Problemfans halbwegs unter Kontrolle zu halten. Dem einen gelingt das besser, dem anderen schlechter. Bei Experten hat sich die Erkenntnis durchgesetzt: Je intensiver ein Verein sich um seine Chaoten kümmert, desto größer die Erfolgsaussichten. Eine massive Ordnerpräsenz in gegebenenfalls von den Vereinen gemieteten Zügen gehört mancherorts ebenso dazu wie das Aussprechen von Stadionverboten für die schlimmsten Krawallmacher.

Wichtig ist: Der Verein braucht eine Linie, notfalls eine harte. Hannover 96 sucht sie noch. Und wenn jetzt einer auf den anderen zeigt, kommt man wieder nicht weiter.

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Von Redakteur Volker Goebel