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Karl Doeleke zum Rücktritt von Jürgen Herbst

Kommentar Karl Doeleke zum Rücktritt von Jürgen Herbst

Das neue Jahr beginnt für die Führungsriegen der Handwerkskammern in Niedersachsen so, wie das vergangene Jahr geendet ist: denkbar schlecht. Jahrzehntelang haben es sich die Funktionäre gemütlich eingerichtet in einem geschlossenen System, das Selbstbedienung von einigen wenigen auf Kosten der vielen Handwerker befördert hat.

Der Rücktritt des Präsidenten von Hildesheim-Südniedersachsen ist darum ein Zeichen für einen fast historischen Umbruch: Die Kammern müssen sich zukünftig auf schärfere Kontrollen gefasst machen – endlich.

Jürgen Herbst steht sinnbildlich für das, was so lange schiefgelaufen ist. Die Kammern legen großen Wert auf ihre Unabhängigkeit. Aus Selbstverwaltung aber wurde Selbstbedienung – und 83. 000 Handwerksbetriebe mussten mit ihren Pflichtbeiträgen dafür aufkommen, dass sich die Herren in großen Limousinen zu Sektempfängen kutschieren ließen, angeblich immer zum Wohl des Handwerks.

Die Politik ist daran nicht unschuldig. Das Wirtschaftsministerium hat jahrzehntelang beide Augen zugedrückt, wo es hätte einschreiten müssen. Nicht nur die Selbstverwaltung hat versagt, auch die Aufsicht.

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