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 zweiter Schock
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 zweiter Schock
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00:15 01.04.2016
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Brüssel erlebt nicht nur deswegen schlimme Tage, weil es den Attentätern gelungen ist, den Nerv dieser Millionenstadt zu treffen. Sondern auch, weil die Einwohner erleben müssen, wie unfähig ihre Politiker und Sicherheitsapparate darauf reagieren. Für viele ist dies, nach den Attentaten, der zweite große Schock.

Für den Schutz gegen den Terror braucht es einen effizient organisierten Staat. Doch danach sieht es in Belgien nicht aus. Stattdessen hören die Bürger derzeit Tag für Tag von immer neuen Schlampereien: Warnungen wurden missachtet, vieles versickerte im Dickicht ungeklärter Zuständigkeiten verschiedener staatlicher Ebenen.

Wenn Land und Leute in den kommenden Tagen aus ihrer Schockstarre erwachen, droht eine gnadenlose Auseinandersetzung. Der seit Langem latente Rassismus wird offen aufbrechen und sich gegen Einwanderer, aber auch gegen ihre in Belgien geborenen und aufgewachsenen Kinder richten.

Belgien gab sich einst sehr bewusst staatliche Strukturen, die vor allem darauf ausgerichtet sind, das Gewicht der zerstrittenen Bevölkerungsteile, der Flamen und Wallonen, auszutarieren, damit alle stillhalten. Ob das effizient und schlagkräftig war, interessierte erst in zweiter Linie.

Nun allerdings liegen die Schwächen offen zutage. Eine Polizei, die nicht ahnen kann, was die Geheimdienste längst wissen, bleibt naturgemäß ohnmächtig. Das gilt auf nationaler Ebene ebenso wie auf europäischer. Hier wie dort gilt es nun, ein intelligentes Zusammenrücken zu organisieren. Als die EU in der Finanzkrise ihre Hilfspakete schnürte, machte sie innere Reformen der Mitgliedsstaaten zum Kriterium für Unterstützung. Gleiches muss heute auf dem Gebiet der inneren Sicherheit gelten. Mehr Effizienz ist nötig, in Belgien muss sie erzwungen werden.

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