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Die Hoffnung
 für Syrien wächst

Kommentar Die Hoffnung
 für Syrien wächst

Keine Spur von Euphorie. Nach der überraschenden Einigung bei den Vereinten Nationen in New York mangelt es nicht an Skeptikern zum Fahrplan für ein zukunftsfähiges Syrien. Aber ein neuer Pragmatismus kann helfen, alle beteiligten Staaten zum Einlenken zu bewegen. Ein Kommentar von Stefan Koch.

Keine Spur von Euphorie. Nach der überraschenden Einigung bei den Vereinten Nationen in New York mangelt es nicht an Skeptikern.

Der Fahrplan für ein zukunftsfähiges Syrien klammere die wesentlichen Fragen aus, heißt es. Wie soll es mit dem Diktator Baschar Al-Assad weitergehen? Wo lässt sich die Grenze ziehen zwischen hartnäckigen Widerständlern und fanatischen Terroristen? Unbeeindruckt zeigen sich offenbar auch die Kämpfer entlang der unzähligen Fronten in dem geschundenen Bürgerkriegsland: Aus Aleppo, Damaskus und Latakia melden Beobachter weiterhin Bombenangriffe und Scharmützel.

Und doch könnte das vergangene Wochenende einen entscheidenden Wendepunkt markieren. Die gemeinsame Resolution des UN-Sicherheitsrates schafft ein Fundament, auf dem sich eine neue Ordnung in der Krisenregion bauen lässt. Anders als in den zurückliegenden Jahren zeigen sich nun auch die Vetomächte China und Russland verhandlungsbereit. Die Einsicht wächst, dass sich die jeweiligen Maximalforderungen nicht durchsetzen lassen.

Spätestens seit dem Eingreifen der russischen Truppen hat sich der Westen von seiner Erwartung verabschiedet, das baldige Amtsende von Assad zu sehen. Und im Kreml dürfte kaum noch jemand davon ausgehen, die alten Machtverhältnisse auf die Schnelle herbeibomben zu können. Es wäre schon viel gewonnen, wenn es mit kleinen Schritten in Richtung Frieden geht.

Der neue Pragmatismus kann dabei helfen, auch all die anderen Mächte zum Einlenken zu bewegen, die auf dem Kriegsschauplatz unterwegs sind – Iran, Katar, Saudi-Arabien und die Türkei. Niemand vermag heute zu sagen, wer in naher Zukunft die Macht an der Levante in den Händen hält. Aber endlich wächst die Hoffnung, dass es bald ein Ringen ohne Blutvergießen gibt.

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