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Meinung Die Mission des 
Martin Schulz
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Martin Schulz
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00:16 27.11.2016
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Martin Schulz ist ein Phänomen. Seine Redlichkeit, seine Lebensgeschichte, sein hart erarbeiteter Aufstieg zum Chef eines für 500 Millionen EU-Bürger zuständigen Parlaments sind ein Gegenbild zum selbstverliebten Pomp und Bluff, den man derzeit anderswo in der Welt zu sehen bekommt, etwa im goldglänzenden Trump-Tower.

Auf den Weg von Brüssel nach Berlin macht sich jetzt ein uneitler, aber zielstrebiger Mann mit einer Mission. Nicht nur das Parlament, in dem er zwei Jahrzehnte saß, auch er selbst wurde lange unterschätzt. Dabei ist er einer, auf den nicht nur die Sozialdemokraten, sondern alle Deutschen ein bisschen stolz sein können.

Schulz lässt sich nicht anpöbeln als einen Typen vom „Establishment“. Im heimischen Würselen am Niederrhein weiß man noch, wie er als 20-Jähriger nachts zu lange in der Kneipe saß. Schulz hat keine Millionen geerbt wie Donald Trump. Und er war auf keiner Eliteuni wie viele Karrieristen in Frankreich oder Großbritannien. Schulz hat nicht mal Abitur. Seine erste Karriere war – man darf es sagen – : eine Alkoholikerkarriere. Mit einer großen Kraftanstrengung, als Mittzwanziger, hat er sich berappelt. Er wurde Kaufmann, Buchhändler, und ging 1994 ins Europaparlament: als Mann mit einer Biografie, die schon gebrochen war, bevor die Laufbahn richtig losging. Aber vielleicht gab gerade dies ihm Kraft.

Politisch zeigte seine Kompassnadel, wie sehr auch die Welt rundum zu wanken schien, immer in die exakt gleiche Richtung: Europa müsse zusammenrücken, gerade im Interesse des kleinen Mannes. Nur ein geeintes Europa könne die Konzerne angemessen zur Kasse bitten und auch insgesamt politisch Einfluss nehmen auf die Welt. Ob es um Arbeitsplätze gehe, um soziale Sicherheit, Zukunftsfähigkeit, Umweltschutz, Finanzkrisen – kein einziges Thema von Belang lasse sich künftig noch im nationalen Alleingang regeln. So donnerte er es in ungezählten Reden in den Saal, und die Leute applaudierten, nicht nur in seinen eigenen Reihen.

Schulz ist in der Lage, hinter allen grauen Brüsseler Komplexitäten Europa wieder sichtbar zu machen: als emotionales, soziales und menschliches Projekt. Von dieser Sorte Politiker gibt es in Brüssel zu wenig, aber auch in Berlin. Angela Merkel fehlt jeder Sinn für Pathos, Frank-Walter Steinmeier rutscht allzu oft ab ins Routinierte.

Im Auswärtigen Amt kann in der kommenden, für Europa ungewöhnlich schwierigen Phase etwas mehr Emotionalität bei der Verkörperung des europäischen Projekts nicht schaden. Martin Schulz wäre als deutscher Außenminister eine ideale Besetzung: als Kämpfer, aber auch als bereits bestens verdrahteter Netzwerker für ein in schwerer Zeit enger zusammenrückendes Europa.

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